Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
Aktionsgemeinschaft"Rettet den Burgwald" e.V.

Pilze

Der Burgwald ist weithin für seinen Reichtum an Pilzen bekannt. Alljährlich finden sich zur Herbstzeit viele Pilzsucher im Burgwald ein und durchkämmen die Forste nach Steinpilzen, Pfifferlingen, Parasolen und anderen schmackhaften Arten. 

 

Doch nicht nur aus kulinarischen Gründen sind Pilze wert zu schätzen, nehmen sie doch überaus wichtige Funktionen im Naturhaushalt ein. Viele von ihnen bauen organische Abfallstoffe ab und recyceln diese zu wertvollem Humus. Als Mykorrhiza-Partner ermöglichen manche Arten erst das problemlose Gedeihen vieler Bäume und Kräuter. Die Farben- und Formenvielfalt unserer Pilzwelt versetzt zudem den aufmerksamen Beobachter immer wieder ins Staunen und zeugt vom "Einfallsreichtum" der Natur.

 

 

 

 

 

Trompeten-Pfifferling (Cantharellus tubaeformis)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Krause Kraterelle (Pseudocraterellus undulatus)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität, Rote Liste BRD: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Pustelkeulchen (Hypocrea / Podostroma spec.)

 

 

 

 

 

Öhrlinge (Otidea spec.)

 

 

 

 

 

Vielgestaltige Holzkeule (Xylaria polymorpha)

 

Im englischen wird dieser Totholz bewohnende Pilz "dead man's finger" genannt - ein durchaus treffender Name. 

 

 

 

 

 

Der Dunkelviolette Dickfuß / Schleierling (Cortinarius violaceus) kommt in moosreichen Laub- und Nadelwäldern vor und gehört zu den essbaren Arten, lässt sich allerdings mit ähnlichen, giftigen Arten verwechseln.

 

In der Hessischen Roten Liste wird der Pilz als "gefährdet" (3) bezeichnet, vielleicht ein weiteres Argument den Pilz lieber nicht einzusammeln und sich stattdessen an seiner wunderbaren lila / violetten Färbung zu erfeuen.

 

 

 

 

 

Schildborstling (Scutellinia sp.)

 

 

 

 

 

Dottergelber Spateling (Spathularia flavida)

Rote Liste BRD: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Stinkende Lederkoralle (Thelephora palmata)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität

 

 

 

 

 

Striegeliger Kreiselpilz / Großer Erdkegelpilz (Cotylidia pannosa)

Rote Liste BRD: "stark gefährdet" (2)

 

 

 

 

 

Lederfarbener Faserling (Psathyrella conopilus)

Rote Liste Hessen: "Rarität" (R)

 

 

 

 

 

Runzelige Koralle (Clavulina rugosa)

Rote Liste Hessen: Datenlage mangelhaft (D)

 

 

 

 

 

Strubbelkopf-Röhrling (Strobilomyces strobilaceus / floccopus)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Der skurrile Tintenfischpilz (Clathrus archeri) wurde erst Anfang des letzten Jahrhunderts wohl aus Australien oder Neuseeland bei und eingeschleppt.

 

 

 

 

 

Zu den sogenannten "Winterpilzen" zählt der hübsche Orangeseitling (Phyllotopsis nidulans). Man findet ihn besonders im Winterhalbjahr zwischen September und März meist gesellig an morschen Baumstümpfen und am Boden liegenden Stämmen von Laub- und Nadelbäumen.

 

Seine dicht stehenden, orange- bis ockerfarbenen Lamellen bilden im zu dieser Jahreszeit noch eher tristen Wald auffällige Farbtupfer.

 

In Deutschland ist diese Art zwar weit verbreitet, kommt aber von Süd nach Nord seltener vor. In mehreren Bundesländern befindet sie sich in den jeweiligen Roten Listen der gefährdeten Pilze.

 

 

 

 

 

Frühjahrs- oder Gift-Lorchel (Gyromitra esculenta)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Herbst-Lorchel (Helvella crispa)

 

 

 

 

 

Wenn man die älteren Exemplare des Schopf-Tintlings (Coprinus comatus) betrachtet, mag man kaum glauben, dass sie im noch ganz jungen Stadium zu den gut essbaren Arten gezählt werden.

 

Der Pilz altert schnell und nach nur wenigen Tagen zerfließen seine Hüte vom Rand her und sondern dabei ihre Sporen als tintenartige Flüssigkeit ab.

 

Tatsächlich ist diese Flüssigkeit stark färbend und hinterlässt bei Kontakt an Händen und Kleidung hartnäckige Flecken, wovon sich der Verfasser dieser Zeilen selbst überzeugen konnte.

 

 

 

 

 

Bis in den November hinein kann man die charakteristischen Fruchtkörper der Toten- oder Herbst-Trompete (Craterellus cornucopioides) unter Rotbuchen oder Eichen entdecken.

 

Trotz seines wenig "einladenden" Äußeren zählt die Toten-Trompete zu den geschätzten Speisepilzen, der sich gut trocknen und als Würzpilz verwenden lässt.

 

Allerdings ist Vielerorts ein Rückgang der Bestände zu verzeichnen, so dass er in der Hessischen Roten Liste der Großpilze schon zu den gefährdeten Arten gezählt wird. 

 

 

 

 

 

Auf morschen Stümpfen und bereits länger liegenden Stämmen von Laubhölzern findet sich der seltene Schwarzflockige Dachpilz (Pluteus umbrosus).

 

Rote Liste Hessen: "R" Rarität

 

 

 

 

    

Junge Exemplare des Halbkugeligen Borstenbecherlings (Humaria hemisphaerica) sind nur wenige Millimeter groß und sitzen wie kleine, hohle Kugeln meist in kleinen Gruppen dem Waldboden auf.

 

 

 

 

 

Espen-Rotkappe (Leccinum rufum)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Auf nährstoffreichen Wiesen und Weiden wächst der eindrucksvolle Riesenbovist (Calvatia gigantea), dessen Fruchtkörper in Ausnahmefällen fast einen halben Meter Durchmesser und ein Gewicht von bis zu 25 kg erreichen können!

 

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2) 

 

 

 

 

 

Ein schönes Beispiel für eher skurril anmutende Pilzarten ist die bis zu 10 cm hoch wachsende Gemeine Hundsrute (Mutinus caninus). Ihr unangenehmer Geruch lockt Fliegen an, welche die an der Spitze anhaftende Sporenmasse verbreiten.

 

Rote Liste Hessen: "R" Rarität

 

 

 

 

 

Die eindrucksvolle Bischofsmütze / Bischofsmützen-Lorchel (Gyromitra infula) gilt bundesweit als sehr seltene Art. Während die hessische Rote Liste diese Art überhaupt nicht verzeichnet, gilt sie in NRW als "stark gefährdet" (2).

 

Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Hohe Röhrenkeule / Röhrige Keule (Macrotyphula fistulosa)

 

Rote Liste Hessen "R" Rarität 

 

Dieser interessante Pilz kommt im Burgwald durchaus häufiger vor. Die "dünnen Stäbchen" werden allerdings am Waldboden leicht übersehen. Gewöhnlich werden sie bis ca. 10 cm hoch, es wurden allerdings auch schon einzelne Exemplare von deutlich über 20 cm Wuchshöhe entdeckt! Bis in den Dezember hinein findet man ihn bevorzugt unter Buchen.

 

 

 

 

 

Die Binsen-Röhrenkeule / Binsenartige Keule (Macrotyphula filiformis) ist ein sehr unauffälliger, fadenförmiger Pilz, der eher an trockene Grashalme erinnert. Er entwickelt sich auf feuchter Laubstreu in Laub- und Auenwäldern und kann an geeigneten Stellen dichte, rasenartige Bestände bilden.

 

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2) 

 

 

 

 

 

Die Fruchtkörper der ungenießbaren Erdsterne ähneln geöffneten Blüten und wirken so besonders attraktiv.

 

Der oben abgebildete Halskrausen-Erdstern (Geastrum triplex) findet sich bevorzugt in Mischwäldern und gehört zu den größten Erdstern-Arten. Das obige Exemplar besaß einen Durchmesser von rund 11 cm.

 

Die Rote Liste der Großpilze Hessens führt mehr als ein dutzend Arten dieser Pilzgattung auf, von denen der überwiegende Teil als mehr oder minder stark gefährdet eingestuft wird. Der Halskrausen-Erdstern wird mit einem "D" bezeichnet. Diese Einstufung bedeutet, dass die Datenlage für diese Art bislang mangelhaft ist.

 

 

 

 

 

Rötender / Rotbrauner Erdstern (Geastrum rufescens)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Kamm-Erdstern (Geastrum pectinatum)

Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Gewimperter Erdstern (Geastrum fimbriatum)

 

 

 

 

 

Rotbrauner Zitterling (Tremella foliacea)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität

 

 

 

 

 

Weißer Polsterpilz (Oligoporus ptychogaster)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität

 

 

 

 

 

Gallertiger Zitterzahn, Gallert-Stacheling (Pseudohydnum gelatinosum)

Rote Liste Hessen: "R" Rarität

 

 

 

 

 

Eselsohr (Otidea onotica)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Buchen-Schleimrübling/Beringter Schleimrübling (Oudemansiella mucida)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

Der Buchen-Schleimrübling ist der Lieblingspilz vieler Naturfotografen.  Seine hellen, leicht transparenten Hüte reizen mit ihren locker angeordneten Lamellen zu fotografischen "Spielereien".

 

 

 

 

 

Berindeter Seitling (Pleurotus dryinus)

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Leuchtender Weichporling (Pycnoporellus fulgens)

 

Diese auffällige Art wurde erst vor wenigen Jahren in Hessen entdeckt und breitet sich immer weiter aus.

 

 

 

 

 

Stinkmorchel (Phallus impudicus)

 

 

 

 

 

Ein seltener holzbesiedelnder Pilz ist der auffällige Dornige Stachelbart (Creolophus cirrhatus). Er gilt als eine Art der naturnahen und extensiv bewirtschafteten Laub- und Mischwälder. Man findet ihn fast ausschließlich auf Stümpfen und an abgestorbenen stehenden und liegenden Stämmen der Rotbuche.

 

Die Unterseiten seines sich vielgestaltig zeigenden Fruchtkörpers sind dicht mit langen, cremefarbenen Stacheln bedeckt.

 

Die Rote Liste Deutschlands führt ihn mit "Gefährdung unbekannten Ausmaßes" (G), für Hessen ist die Datenlage noch unzureichend (RL Hessen: D). 

 

 

 

 

 

Dunkler (Tannen-) Lackporling (Ganoderma carnosum) 

Rote Liste BRD (2016): "Gefährdung unbekannten Ausmaßes" (G)

Rote Liste Hessen: nicht aufgeführt

 

 

 

 

 

Der Orange-Becherling (Aleuria aurantia) wächst gerne auf nacktem Erdboden.

 

 

 

 

 

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

 

 

 

 

 

Grauer Wulstling (Amanita excelsa)

 

 

 

 

 

Sumpf-Haubenpilz (Mitrula paludosa).

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3)

 Rote Liste Deutschland: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Parasolpilz

 

 

 

 

 

Klebriger Hörnling (Calocera viscosa)

 

 

 

 

 

Ästiger Stachelbart (Hericium coralloides)

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2)

 Rote Liste Deutschland: "Gefährdung unbekannten Ausmaßes" (G)

 

 

 

 

 

Die Krause Glucke (Sparassis crispa) erinnert mit ihrem meist bis zu 20 cm breiten Fruchtkörper an einen Badeschwamm. Sie wächst am Fuß von Nadelbäumen, vor allem von Kiefern und gilt als essbar.

Gelegentlich lassen sich auch solch kapitale Exemplare mit bis zu 40 cm Durchmesser finden.

 

 

 

 

 

Der Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus) besiedelt kranke und tote Bäume. Seine attraktiven Fruchtkörper entwickeln sich bei niedrigen Temperaturen und sind frostresistent, so dass man sie nur im Winter-Halbjahr findet. Der Pilz wächst bevorzugt auf Rot-Buche.

 

Der Austern-Seitling gilt als sehr guter Speisepilz und wird für seine kommerzielle Nutzung auf verschiedenen Substraten gezüchtet.

 

 

 

 

 

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