Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
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Weißlinge (Pieridae)

 

 

 

Tintenfleck-Weißling (Leptidea sinapis/reali/juvernica)

Erst in den 80er Jahren erkannten Spezialisten, dass es sich bei dem Tintenfleck- (auch Senf-)Weißling um einen Artkomplex aus eigentlich zwei eigenständigen Arten handelte. Neu beschrieben wurde der Reals Schmalflügel-Weißling (L. reali), der äußerlich überhaupt nicht vom Tintenfleck-Weißling (L. sinapis) unterschieden werden kann. Eine genaue Diagnose der Arten ist nur über die Untersuchung der Genitalien unter dem Mikroskop möglich. Inzwischen wurde auch L. reali wiederum in zwei Arten aufgespalten, die sich lediglich auf genetischer Ebene unterscheiden lassen. Demnach wird L. reali ein Verbreitungsgebiet von den Pyrenäen bis nach Nord-Italien zugewiesen und die mitteleuropäischen Arten gehören zur "neuen" Art L. juvernica. Bei uns können also theoretisch zwei gleich aussehende Tintenfleck-Weißlingsarten vorkommen.

Von den übrigen Weißlingen unterscheiden sich diese Arten durch die deutlich geringere Größe und ein weniger gutes Flugvermögen. Ihre Raupen entwickeln sich an Schmetterlingsblütlern.

In der Hessischen Roten Liste wird L. sinapis in der Vorwarnliste geführt.

 

 

 

 

 

Großer Kohl-Weißling (Pieris brassicae) 

Als Kulturfolger, dessen Raupen sich in erster Linie von verschiedenen Kohlarten ernähren, galt der Große Kohl-Weißling in früheren Jahrzehnten auf Gemüseäckern und in Gärten als ein nicht unbedeutender Schädling. Inzwischen ist seine Bestandsentwicklung deutlich rückläufig, was vor allem auf den verbreiteten Einsatz von Pestiziden zurück zu führen sein dürfte. Gegenüber seinen kleineren Verwandten lässt sich der Große Kohl-Weißling, neben dem Größenunterschied, durch den ausgedehnteren schwarzen Spitzenfleck auf der Vorderflügel-Oberseite unterscheiden. Dieser reicht am Flügelhinterrand immer bis zur Mitte.

 

 

 

 

 

Grünader- oder Raps-Weißling (Pieris napi)  

Von anderen bei uns vorkommenden Weißlingsarten lässt sich der Grünader- (früher Raps-) Weißling durch die dunkle Zeichnung der Adern auf der Hinterflügelunterseite unterscheiden. Die Raupen entwickeln sich auf wild wachsenden Kreuzblütlern. Der Falter fliegt in mehreren Generationen von April bis September und ist bei uns immer noch recht zahlreich- auch in Gärten- zu finden.

 

 

 

 

 

Weißklee-Gelbling (Colias hyale)

Diese grünäugige Schönheit würden die meisten wohl als Zitronenfalter bezeichnen. Allerdings handelt es sich "nur" um einen etwas weniger häufigen Verwandten, einen Gelbling.

Bei dem hier gezeigten Exemplares dürfte es sich um einen Weißklee-Gelbling (Colias hyale) handeln. Der äußerlich nicht von ihm zu unterscheidende Hufeisenklee-Gelbling kommt in eher trocken-warmen Biotopen wie Mager- und Trockenrasen vor.

Dieser auch Goldene Acht genannte Tagfalter ist ebenfalls in den letzten Jahren in seinem Bestand deutlich zurück gegangen. Dabei nutzt diese Art eine große Zahl unterschiedlicher Lebensräume. Das Spektrum reicht von Feldern, Wiesen und Weiden, Rasenflächen, Böschungen und Dämmen, Brachflächen bis zu Magerrasen. Die Raupen entwickeln sich auf Weiß-Klee, Hopfenklee, Luzerne, Gewöhnlicher Hornklee und verschiedenen Wickenarten. Von Mai/Juni bis zum Oktober sind die blassgelben Falter bei uns zu finden. Auch der Weißklee-Gelbling leidet unter einer zu intensiv betriebenen Landwirtschaft, der Überdüngung von Wiesen, häufiger maschinell betriebener Mahd von Grünland und dem Einsatz von chemischen Spritzmitteln.

 

 

 

 

 

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Der Zitronenfalter gehört zu den noch recht häufigen Tagfalterarten und gilt in ganz Deutschland als "nicht gefährdet". Er überwintert als Falter an geschützten Stellen im hohen Gras, in der Laubstreu oder an der Unterseite der Blätter von immergrünen Pflanzen, wie Efeu und Stechpalme. Dabei übersteht er durchaus Temperaturen von Minus 20 Grad! Er gilt als gern gesehener Frühlingsbote, denn an den ersten warmen Tagen des Jahres verlässt er sein Winterversteck und sucht nach bereits Nektar liefernden Blüten und paarungsbereiten Partnern. Die charakteristische hellgelbe Färbung weisen nur die männlichen Falter auf, die Weibchen besitzen eine unauffälligere blass-hellgrüne Farbe. Die Eier werden ausschließlich an Faulbaum oder Echtem Kreuzdorn abgelegt. Hier entwickeln sich die hellgrün gefärbten Raupen innerhalb weniger Wochen, verpuppen sich und ergeben noch im gleichen Sommer die neue Faltergeneration. Diese überwintert schließlich wieder. Der Zitronenfalter besitzt also ein für Schmetterlinge ausgesprochen langes Leben. Während sich für viele Tagfalterarten das Leben als "fertiger" Falter bereits nach zwei bis drei Wochen wieder dem Ende zuneigt, schafft der Zitronenfalter ein ganzes Jahr!

Zitronenfalter während der Winterruhe tief im Heidelbeer-Dickicht verborgen.

Das gleiche Tier drei Tage später. Inzwischen ist noch mehr Schnee gefallen...

 

 

 

 

 

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Nur die Männchen des Aurorafalters tragen die charakteristischen orangefarbenen Flecke auf den Vorderflügeloberseiten. Die Weibchen besitzen auf ihren weißen Flügeln hingegen nur einen schwarzen Spitzenfleck. 

Beide Geschlechter weisen auf ihren Hinterflügelunterseiten grüne Sprenkel auf.

Die Flugzeit dieses Falters reicht von April bis Juni.

Als Nahrungspflanzen für die Raupen dienen Wiesen-Schaumkraut, Knoblauchsrauke und weitere Kreuzblütler. Die Überwinterung findet festgesponnen als Gürtelpuppe an Pflanzenstängeln statt. 

 

 

 

 

 

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