Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
Aktionsgemeinschaft"Rettet den Burgwald" e.V.

Vergrößerung der Naturschutzgebietsfläche im Burgwald

Die Natur hält sich nicht an die ihr vor 30 Jahren gegebene Grenzen

 

 

Schaut man sich die Karte der Naturschutzgebiete in Deutschland an, so gibt es insbesondere in vielen Mittelgebirgsregionen wie Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Baden-Württemberg, größere Lücken. Der Burgwald hat zwar bereits 10 Naturschutzgebiete, aber weitere große, naturschutzgebietswürdige Flächen liegen bislang noch außerhalb der Schutzgebietsgrenzen.

Deshalb arbeiten wir seit vielen Jahren daran, eine Erweiterung der NSGs zu erwirken.

 

Noch 2013 wurde diese Notwendigkeit von oberster Landesbehörde als nicht erforderlich erachtet.

Doch steter Tropfen höhlt den Stein, ist doch die Ausweisung von Naturschutzgebieten ein gesetzlicher Auftrag. Vor allem die Einbeziehung von Moorbereichen, die durch die moorkundlichen Unter-suchungen der letzten Jahre außerhalb der Naturschutzgebiete lokalisiert wurden, hat oberste Priorität.

So hat die Aktionsgemeinschaft die Erweiterung der Naturschutzgebiete "Krämersgrund", "Christen-berger Talgrund", "Franzosenwiesen und Rotes Wasser", "Nebeler/Hintersprung" und "Langer Grund bei Schönstadt" beantragt.

 

In enger Absprache mit dem Forstamt Burgwald wurden die Abgrenzungen der vorgesehenen NSG-Erweiterungen durch den Diplom-Biologen und Moorspezialisten Philipp Küchler erarbeitet und geplant.

 

Dem "Biotopverbundsystem Burgwald", welches schon vor 30 Jahren angedacht und diskutiert wurde, kommen wir mit der geplanten Vergrößerung der Naturschutzgebietsflächen immer näher!

 

 

 

 

Nördlich vom Christenberg, im oberen Lippersbach wurden zudem weitere naturschutzwürdige Moorflächen ausgemacht, für die wir die Ausweisung als zusätzliches Naturschutzgebiet anstreben.

Dort im oberen Lippersbach befindet sich das ca. 7000m² große Quellmoor "Müllerssohl", welches auch für den Burgwald ungewöhnlich hohe Torfmächtigkeiten aufweist. Ihre Stärke beträgt stellenweise mehr als 150 cm. Bereits Anfang 2018 wurde der bislang auf der Moorfläche stockende Fichten- und Kiefernaufwuchs durch Hessen-Forst weitgehend geräumt, um die Wasserversorgung des Moores zu verbessern.

Zusammen mit weiteren meist anmoorigen Flächen und den zahlreichen bereits neu angelegten Teichen und Tümpeln im unteren und mittleren Teil des Talgrundes, wird sich im Lippersbach ein wertvoller Biotopkomplex entwickeln, den es zu schützen gilt.

Hier wird - wie wir hoffen - das NSG "Müllerssohl/Lippersbach" neu entstehen.

 

 

Doch allein mit der Ausweisung von Schutzgebieten für die Moorbereiche ist es nicht getan. Es bedarf auch eines entsprechendem Managements der Umgebung zur langfristigen Stabilisierung. So wurde anhand der Neukartierung der Moore im Burgwald durch die Nordwestdeutsche forstliche Versuchsanstalt 2016/2017 deutlich, dass auch der umgebende Wald umgebaut werden muss. Anstelle immergrüner, stark wasserverbrauchender Nadelbäume, sollten in den Wassereinzugsgebieten der Moore die geringere Wassermengen benötigenden Laubwälder wachsen.

Dieser "Wald-Umbau" wurde bereits von Hessen-Forst eingeleitet, damit, gerade in Zeiten des Klimawandels mit langen trockenen Sommern, den Mooren möglichst viel Wasser zur Verfügung steht.

Auch das Verfüllen noch bestehender Drainagegräben unterstützt die Vernässung (siehe unsere Renaturierungsprojekte) und wird von Seiten der Forstverwaltung weiter vorangetrieben.

 

 

 

 

 

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