Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
Aktionsgemeinschaft"Rettet den Burgwald" e.V.

Anlegen einer Streuobstwiese zwischen Ober- und Unterrosphe

Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es kein Dorf und keine Siedlung, welche nicht von einem mehr oder minder dichten Kranz aus Obstbäumen umgeben gewesen wäre. Die auf diesen Obstwiesen geernteten Früchte bildeten für die Bevölkerung einen wichtigen und selbstverständlichen Teil ihrer täglichen Ernährung. Eingekellerte und "eingemachte" Äpfel und andere Obstsorten lieferten fast das ganze Jahr hindurch schmackhafte Vitamine.

Neben dem praktischen Nutzen besitzen Obstwiesen auch heute noch eine Bedeutung als erhaltenswertes historisches Kulturgut, hinsichtlich ihrer Erholungsfunktion und besonders für den Artenschutz und Naturhaushalt.

Durch ihre extensive Nutzung können gut strukturierte Streuobstwiesen einen Lebensraum für bis zu 3000 Tier- und Pflanzenarten bieten: die Pollen und der Nektar der Blüten ernähren Bienen, Hummeln und andere Insekten; am Laub saugen Wanzen, Zikaden, Blattläuse, fressen Käfer und Raupen; im Holz bohren Holzwespen und Käfer, legen Wildbienen ihre Nester an; zahlreiche Spinnentiere und Insekten finden in der Borke Verstecke, sind ihrerseits wiederum Futter für viele Vogelarten; Höhlungen in dicken Stämmen werden von Bilchen, Vögeln und Fledermäusen bewohnt; am heruntergefallenem Obst laben sich Fliegen, Wespen, Schmetterlinge, Siebenschläfer und Igel...

Leider ist von den ehemals bestehenden ausgedehnten Streubstwiesen vielerorts nicht mehr viel übrig geblieben...

Im Jahr 2015 beschlossen wir daher, ein seit längerem im Besitz der Aktionsgemeinschaft befindliches Grundstück zwischen Ober- und Unterrosphe durch die Anlage einer Streuobstwiese aufzuwerten. Das Grundstück besteht im unteren, in der Talsohle befindlichen Teil aus kleineren, allmählich verlandenden offenen Wasserflächen mit umgebenden Weiden- und Birkengehölzen, sowie einer frischen Mähwiese mit einer angrenzenden Heckenreihe. Der größere, höher gelegene Teil wurde in den letzten Jahren durch einen ortsansässigen Landwirt unregelmäßig bewirtschaftet und von diesem teilweise als Lagerfläche genutzt. Auf dieser Fläche wurden nach einer intensiven Planungsphase Anfang November insgesamt 50 Obstbäume mit Hilfe vieler fleißiger Helfer in die Erde gebracht. Neben den obligatorischen Äpfeln und Birnen beinhaltet die Auswahl der Obstsorten auch Süß- und Sauerkirschen, Mirabellen, Speierling, Zwetschgen und Walnüsse.

 

 

Das Ausheben der Pflanzlöcher übernahm ein Minibagger- ...

 

 

 

...bei 50 Löchern eine willkommene Arbeitserleichterung.

 

 

 

Mit einem Pferdehänger wurden die Bäumchen zur Fläche transportiert.

 

 

 

 

Jeder Baum bekommt seinen Pfahl, an dem er befestigt wird.

 

 

 

 

Erst kommt der Pfahl, dann der Baum...

 

 

 

 

Bloß, wie bekommt man die Pfähle richtig fest in den Boden?

 

 

 

 

Man nehme eine Ramme...

 

 

 

 

...oder einen Hammer. Letzteres setzt allerdings ein gewisses Vertrauen bei den haltenden Helfern voraus.

 

 

 

 

Klappt doch prima.

 

 

 

 

Dann kommt der Baum ins Loch...

 

 

 

 

...Erde drauf, ein weinig rütteln und schütteln...

 

 

 

 

... und angiessen nicht vergessen.

 

 

 

 

Auch die Helfer wollen versorgt sein.

 

 

 

 

Das Erdreich wird verfestigt...

 

 

 

 

...wozu auch ein "Spezialwerkzeug" zum Einsatz kommt.

 

 

 

 

Jetzt kann der Baum an seinem Pfahl angebunden werden. Doch wozu eigentlich - damit er nicht wegläuft?

 

 

 

 

Das is' natürlich Quatsch - damit er schön gerade wächst und der Wind das kleine Bäumchen nicht zur Seite biegt. Daher muss der Pfahl auch von dem Baum aus in der Haupt-Windrichtung plaziert sein, in unseren Breiten also vorzugsweise in Richtung Westen. Wieder was gelernt...

 

 

 

 

Und was passiert mit dem Maschendrahtzaun,...

 

 

 

 

...der von Kolja und Gerhard in handliche Stücke geschnitten wird?

 

 

 

 

Damit werden die Bäumchen eingepackt...

 

 

 

 

...und so vor gefräßigen Nagern geschützt. Vor allem Hasen knabbern ausgesprochen gerne an jungen Baumstämmen und bringen diese zum absterben.

 

 

 

 

Zum Abschluss erfolgt die Dokumentation, damit wir auch in späteren Jahren noch wissen, welcher Baum an welchem Platz steht.

 

 

 

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen! Und jetzt heißt es: "Nun wachst mal schön..."

 

 

 

Ein knappes Jahr nach der Pflanzaktion haben wir am 27.8.2016 unser erstes Wiesenfest auf der neuen Streuobstwiese gefeiert. Dazu haben wir besonders die minderjährigen Kinder und Enkel unserer Vereinsmitglieder eingeladen und diesen eine Patenschaft über jeweils einen Obstbaum angeboten. Bisher konnten wir 17 Baumpatenschaften übertragen und unser Gast Landrätin Kirsten Fründt konnte während des Wiesenfestes bei strahlend blauem Himmel und tropischen Temperaturen die Patenschaftsurkunden an die jungen Paten und ihre Familien überreichen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© AG "Rettet den Burgwald" e.V.