Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
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Orchideen

 

Der Burgwald gilt nicht gerade als besonders orchideenreich. Er beherbergt nur wenige Arten und diese kommen meist nur in relativ geringer Anzahl vor. Eine Ausnahme davon ist das Breitblättrige Knabenkraut, welches, neben wenigen Exemplaren im zentralen Burgwald, auf zwei Wiesen im NSG Krämersgrund nahe Mellnau ausgesprochen große Bestände mit mehreren hundert Pflanzen bildet. Diese Vorkommen sind zur Blütezeit in jedem Frühjahr das Ziel vieler Blumenliebhaber und Naturfreunde. (Bitte die Wiesen nicht betreten!)

Dabei lassen die Massen von Blüten nur allzu leicht vergessen, dass auch diese Orchideenart in der jüngeren Vergangenheit dramatische Bestandseinbußen erleiden musste. Als Hauptursache für das Verschwinden vieler Orchideen-Populationen wird neben der Entwässerung von Feuchtgebieten der übermäßige Eintrag von (Stickstoff-) Düngung in die Standorte vermutet. Auch das Zuwachsen von Flächen durch die natürliche Sukzession (Gehölzaufwuchs) nach Aufgabe von traditionellen Bewirtschaftungsformen lässt den oft nur wenig schatten-toleranten Arten auf Dauer keine Chance.

 

Eine zusätzliche Gefahr für die Pflanzen geht (auch im Burgwald!) außerdem von so genannten Orchideen-Liebhabern aus, welche die Blumen in der Natur ausgraben, um zu versuchen, sie im heimischen Garten anzusiedeln. Dieses Bemühen ist allerdings meist vergeblich und zudem strafbar!

 

 

 

 

 

Die Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) ist in Deutschland noch relativ weit verbreitet und in ihrem Bestand noch nicht gefährdet. Auch im Burgwald kennen wir inzwischen mehrere Standorte.

 

 

 

 

 

Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis).

 

Rote Liste Hessen 2008: "gefährdet" (3).

 

 

 

 

 

Entlang von Forstwegen und auf mageren Feuchtwiesen findet sich im Burgwald vereinzelt das schlanke und bis 50 cm hoch wachsende Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata). Seine Blüten sind meist blass violett gefärbt und besitzen eine Zeichnung aus Strichen und Punkten. Häufig lässt sich diese Art nur schwer von anderen Knabenkräutern unterscheiden, von denen viele auch noch Variationen und Unterarten ausbilden. Dazu neigen die Orchideen als entwicklungsgeschichtlich "junge" Pflanzenfamilie zur Bildung von Hybriden (Kreuzung zweier Arten), was eine genaue Artansprache zusätzlich erschwert. So ist die genaue Verbreitung des Gefleckten Knabenkrauts in Deutschland noch nicht eindeutig geklärt.

Auch albinotische Exemplare lassen sich vereinzelt finden.

 

Die Rote Liste Hessens stuft diese Orchideen-Art als "gefährdet" (3) ein.

 

 

 

 

 

Grünliche Waldhyazinthe (Platanthera chlorantha)

 

Rote Liste BRD: "gefährdet" (3).

 

Diese Art wurde im Burgwald bislang nur sehr vereinzelt gefunden.

 

 

 

 

 

Die Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis) wächst im Gegensatz zu den lichtliebenden Orchideen-Arten in schattigen, frischen Wäldern, gerne unter Buchen. Die Pflanze betreibt keine Photosynthese und besitzt keine grünen Blätter oder farbige Blüten. Durch ihre blasse weißliche bis hellbraune Färbung wird diese nicht seltene Art besonders auf altem Laub leicht übersehen.

Nicht selten lassen sich neben den frischen Pflanzen noch die vertrockneten Samenstände aus dem Vorjahr finden.

 

 

 

 

 

Erst seit Frühling 2012 besitzen wir Kenntnis von einem kleinen Bestand des Großen Zweiblattes (Neottia/Listera ovata), den ein aufmerksamer Naturfreund im zentralen Burgwald entdeckte. (Danke nach Schönstadt!)

In 2013 konnte erstmals ein Vorkommen des Großen Zweiblatts auf einem von der Aktionsgemeinschaft angepachteten und im Sinne des Naturschutzes gepflegten Grundstück nachgewiesen werden. Das Zweiblatt wächst hier direkt neben der Einbeere.

Generell gilt das Große Zweiblatt in Hessen nicht als selten. Die Pflanze besitzt für eine Orchidee relativ weit gefasste Standortansprüche, so dass sie in unterschiedlichen Biotopen gedeihen kann. Allerdings dürfte sie durch ihren unscheinbaren Wuchs und grüne Färbung in der Vegetation leicht übersehen werden.

 

 

 

 

 

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