Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
Aktionsgemeinschaft"Rettet den Burgwald" e.V.

Höhere Pflanzen

Im April nimmt der Frühling endlich richtig Fahrt auf. Die ersten warmen Tage lassen überall in der Natur frisches Grün sprießen und die Frühblüher sorgen für die lang vermissten bunten Farbtupfer.

 

Zu den bekanntesten Frühblühern zählen die Lerchensporn-Arten, die gerne auf nährstoffreichen, z.T. auch kalkhaltigen Böden vorkommen. Im Bereich des Burgwaldes findet man sie meist nur im Siedlungsbereich.

 

Auf dem Schlossberg in Rauschenberg kann man Anfang April einen ansehnlichen Bestand des Hohlen Lerchenspornes (Corydalis cava) bewundern. 

 

 

 

 

 

Auf mageren Waldwiesen und an trockenen Waldwegerändern findet sich der Steife Augentrost (Euphrasia cf. stricta).

 

Rote Liste Hessen: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Schwanenblume (Butomus umbellatus)

 

Rote Liste Hessen: Art der Vorwarnliste (V)

 

In die Freude über den Fund von -vermeintlich- seltenen Sumpf- oder Wasserpflanzen schleicht sich immer auch eine gewisse Skepsis ein. Besonders aus dieser Pflanzengruppe bekommt man inzwischen "seltene" Arten in kultivierter Form in Gartencentern oder den Pflanzenabteilungen von Baumärkten zum Kauf angeboten. So müssen wir uns auch bei dem kleinen Bestand der schönen Schwanenblume, dem die hier gezeigte Pflanze entstammt, fragen, wie hat sich dieser hier in der Wetschaft-Aue bei Wetter angesiedelt? Handelt es sich um einen "Gartenflüchtling", wurde die Blume gar absichtlich von einem "fehlgeleiteten" Naturfreund ausgebracht oder erfolgte die Ansiedlung auf natürlichem Wege?

 

 

 

 

  

Ein noch weit verbreitetes Ackerwildkraut ist der hübsche Gebräuchliche oder Gewöhnliche Erdrauch (Fumaria officinalis), der neben Äcker und Gärten auch nährstoffreiche Ruderalstellen besiedelt.

 

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und den Einsatz von Herbiziden werden viele ehemals weit verbreitete Ackerwildkräuter allerdings inzwischen stark dezimiert.

 

 

 

 

 

Acker-Ochsenzunge, Acker-Krummhals (Anchusa arvensis)

 

Rote Liste Hessen: Regionen Nordost und Nordwest: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Mit dem Erscheinen der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale) ist es "amtlich": jetzt geht es mit großen Schritten dem Herbst entgegen.
 

Mit ihren sechs großen, zart rosa bis lilafarbenen Blütenhüllblättern erinnert die Blume an die bekannten Krokusse. Während deren Erscheinen im Februar/März den Frühling einläutet, blüht die Herbstzeitlose allerdings erst von Ende August bis Oktober. Auch zeigt die Pflanze während ihrer Blütezeit keine Laubblätter, diese entwickeln sich erst im folgenden Frühjahr und umhüllen die große Kapselfrucht.

 

Alle Teile dieser Pflanze sind stark giftig! Vor allem durch die Verwechslung mit Blättern des essbaren Bärlauchs sind bereits häufig Vergiftungen erfolgt. 

 

Besonders in Nord- und Ostdeutschland kommt die Herbstzeitlose nur noch selten vor und zählt hier in mehreren Bundesländern zu den gefährdeten Arten. 

 

 

 

 

 

Der Fichtenspargel (Hypopitis monotropa agg.) ist ein eigentümliches Gewächs unserer Misch- und Nadelwälder. Die kleine, maximal 30 cm hohe Pflanze besitzt kein Blattgrün und ihre bleichen Blätter liegen dem gleichfarbigen Stängel schuppenartig an. Für ihre Ernährung parasitieren die Pflanzen auf Wurzelpilzen, die ihrerseits wiederum mit Bäumen in symbiotischer Verbindung stehen. So kann der Fichtenspargel auch an sehr lichtarmen Standorten gedeihen.

 

In einigen Bundesländern ist diese zu den Heidekrautgewächsen zählende Pflanze in der jeweiligen Roten Liste zu finden.

 

 

 

 

 

Das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium minus) gehört zu den Enziangewächsen. In einigen ostdeutschen Bundesländern zählt es zu den gefährdeten Arten.

 

 

 

 

 

Sand- / Heide-Ginster (Genista pilosa)

 

Rote Liste Hessen: Naturraum Hessen Nordost:  "stark gefährdet" (2)

 

 

 

 

 

Schon sehr zeitig im Jahr, von Ende März bis Anfang April, blüht die Weiße Pestwurz (Petasites albus). Sie gedeiht vor allem im Bergland auf sickerfeuchten, steinigen Standorten in eher schattigen Laubmischwäldern.

 

Gegenüber ihrer Verwandten, der Gewöhnlichen Pestwurz, findet man die Weiße Pestwurz wesentlich seltener. In einigen vorwiegend nördlichen Bundesländern befindet sie sich mit unterschiedlichen Gefährdungseinstufungen in den Roten Listen der gefährdeten Pflanzen. Auch in Hessen ist ihre Verbreitung auf die höheren Lagen beschränkt, in weiten Bereichen des Landes fehlt die Art völlig.

 

Das gezeigte Pflänzchen gehört zu einem kleinen aber stabilen Bestand, der in einem Buchenwald nahe Mellnau in einem Quellsumpf wächst.

 

 

 

 

 

Der Aronstab (Arum maculatum) bevorzugt nährstoffreiche Böden und dürfte im Burgwald somit wohl nur auf anthropogen überformten Flächen zu finden sein. (Foto: Fruchtstand) Achtung giftig!

 

 

 

 

 

Auch das Dorf Mellnau hat botanische Seltenheiten zu bieten: Echter Löwenschwanz (Leonurus cardiaca, ssp. cardiaca)

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2), Rote Liste BRD: "gefährdet" (3) 

 

 

 

 

 

Arnika, Berg-Wohlverleih (Arnica montana)  mit Gelbwürfeligem Dickkopffalter (C. palaemon)

 

Die zu den bekanntesten Blütenpflanzen zählende Arnika hat ihre Hauptverbreitung in den Gebirgen Mitteleuropas. So sind auch die vergleichsweise wenigen hessischen Vorkommen hauptsächlich in den Hochlagen der Mittelgebirge zu finden. Im Burgwald existiert nur ein kleiner Bestand mit wenigen Pflanzen, die daher zu den hier zu findenden botanischen Kostbarkeiten gezählt werden müssen.

 

Die Art wächst vorwiegend in Magerwiesen, Borstgrasrasen, Heiden und lichten Wäldern und benötigt vollsonnige Standorte auf eher sauren Böden. Zu ihrer Vermehrung braucht die Pflanze eine lückige Vegetation mit offenen Bodenstellen. Auf Düngung reagiert die Blume sehr empfindlich - dies führt rasch zu ihrem Verschwinden.

 

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Bestände dieser früher als Heilpflanze stark besammelten Art drastisch verringert, so dass sie in der Roten Liste Hessens inzwischen als "stark gefährdet" (2) eingestuft wird.

 

 

 

 

 

Sumpf-Veilchen (Viola palustris)

 

In Mooren, Bruchwäldern, entlang nasser Gräben und auf nährstoffarmen Feucht- und Nasswiesen findet sich das unscheinbare Sumpf-Veilchen mit seinen kleinen, blass-lila Blüten. Seine Blütezeit liegt im Mai und im Juni.

Zwar sind auch für das Sumpf-Veilchen durch den Verlust geeigneter Wuchsorte Bestandseinbußen zu verzeichnen, doch scheint diese Art durch ihre Fähigkeit neu entstehende Lebensräume mit geeigneten Bedingungen wieder besiedeln zu können derzeit nicht ernsthaft gefährdet.

Die Rote Liste Hessens führt das Sumpf-Veilchen als eine Art der Vorwarnliste (V).

 

 

 

 

 

Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)

 

Rote Liste Hessen 2008: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Acker - Steinsame (Lithospermum arvense)

 

Rote Liste Hessen 2008: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Die Blüten des seltenen Wasserschlauches (Utricularia sp.) lassen im Sommer auf so manchem Teich und Tümpel im Burgwald auffällige gelbe Tupfen entstehen. Man findet den Wasserschlauch in nährstoffarmen Gewässern, wo er mit Hilfe kleiner Fangblasen winzige Wassertierchen aus dem Wasser fischt und so seine Nährstoffversorgung sicherstellt. Die Fangblasen besitzen in ihrem Inneren einen Unterdruck und öffnen sich mittels einer Klappe blitzschnell, wenn ein Beutetier die Falle "aktiviert". Der Öffnungsvorgang der Fallentür dauert nur 2 Millisekunden und gehört zu den schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich. Das Opfer wird von dem einströmenden Wasser mit in die Fangblase gesogen, in der die Verdauung mittels Enzymen erfolgt. 

 

Somit kann man den Wasserschlauch neben dem Sonnentau zu den "fleischfressenden Pflanzen" des Burgwaldes zählen, der mindestens zwei verschiedene Wasserschlauch-Arten beherbergt.

 

 

 

 

 

Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium) 

 

Rote Liste Hessen 2008: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Neben dem Schmalblättrigen- sorgt das Scheiden-Wollgras (Eriophorum vaginatum) (auch Scheidiges- oder Moor-Wollgras genannt) mit seinen seidenweichen Haarbüscheln für die typischen weißen Tupfen, welche die sumpfigen Talgründe und Moorflächen des Burgwaldes im Sommer überziehen. Im Gegensatz zum Schmalblättrigen- trägt das Scheiden-Wollgras nur jeweils einen einzelnen Haarbüschel am Ende seiner Halme, beim erst genannten sind es mehrere, die zudem an kleinen Stielchen hängen. Die langen hellen Wollhaare sind die Hüllfäden der Früchte und dienen zu ihrer Verbreitung durch Wind oder im Wasser. Im Hochmoor gehört diese Art mit zu den wichtigsten Torf-Bildnern.

Wie seine Schwesterart wird das Scheiden-Wollgras in der Roten Liste Hessens als "gefährdet" (3) eingestuft.

 

 

 

 

 

Die Hessische Rote Liste der gefährdeten Pflanzen gibt an, dass der Beinbrech (Narthecium ossifragum) in Hessen lediglich in einem kleinen Bestand im Burgwald zu finden ist. Ansonsten ist er nur aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz bekannt und wird für Deutschland als "gefährdet" (3) eingestuft. Der Beinbrech gilt als Art der Hochmoore und wird auch Sumpf-Lilie genannt. In 2011 war sie "Blume des Jahres".

 

 

 

 

 

Sumpf- oder Kleiner Baldrian (Valeriana dioica)

 

Rote Liste Hessen 2008: Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Im Juni und Juli kann man mit viel Glück die dunkelroten Blüten des seltenen Sumpf-Blutauges (Comarum palustre / Potentilla palustris) auf den Nasswiesen sowie in den Flach- und Zwischenmooren des Burgwaldes finden. Diese Sumpfpflanze bevorzugt saure, kalkarme, auch zeitweise überschwemmte nasse Böden und reagiert empfindlich auf den übermäßigen Eintrag von (Stickstoff-) Düngung.

 

Die Rote Liste Hessens führt das Sumpf-Blutauge als "stark gefährdete" (2) Art. 

 

 

 

 

 

Der Europäische Siebenstern (Trientalis europaea) ist eine relativ seltene einheimische Pflanze, die bevorzugt in feuchten Nadelwäldern, gelegentlich auch in Mischwäldern zu finden ist. Hier wächst sie auf nassen, moorigen und etwas sauren Böden, häufig auch auf Moos-Bulten. Die einzelnen Blüten sind lang gestielt und besitzen sternförmige weiße Kronblätter. Deren Zahl stimmt allerdings nicht immer mit der namensgebenden "Sieben" überein, es kommen auch durchaus Blüten mit weniger oder, wie auf dem oberen Foto, mit mehr Kronblättern vor.

 

Der Siebenstern kommt in weiten Teilen Hessens nicht (mehr?) vor, bzw. gilt in Hessen laut Roter Liste gebietsweise, auch in anderen Bundesländern, als "gefährdete" (3) Art. Im Saarland gilt die Pflanze bereits als ausgestorben (0).

 

 

 

 

 

Gemeine Kreuzblume (Polygala vulgaris)

 

Laut Roter Liste Hessen in verschiedenen Landesteilen: Art der Vorwarnliste (V).

 

 

 

 

 

Pyramiden-Günsel (Ajuga pyramidalis)

 

Der Pyramiden-Günsel ist ein Einwanderer aus dem alpinen Bereich, wo er in Magerrasen und Zwergstrauchheiden zu finden ist. Im Burgwald wächst er vor allem entlang von Forstwegen. Charakteristisch für diese Art ist der behaarte Stängel, die violett überlaufenen Blätter und der vierkantig aufgebaute, sich nach oben pyramidenförmig verjüngende Blütenstand. Die Blüten sind relativ klein und überragen auch an der Spitze des Blütenstandes nicht die darunterliegenden Tragblätter. Die Pflanze bildet keine Ausläufer.

Die größten hessischen Bestände dieser Art liegen im Burgwald.

Die Rote Liste Hessens ordnet den Pyramiden-Günsel bei den "stark gefährdeten" (2) Arten ein.

 

 

 

 

 

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)

 

Rote Liste Hessen 2008: "stark gefährdet" (2).

 

 

 

 

 

Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)

 

Rote Liste Hessen: "ausgestorben oder verschollen" (0)!  Rote Liste BRD: "gefährdet" (3).

 

In den Mooren des Burgwalds finden sich gleich drei Arten des fleischfressenden Sonnentaus. Neben dem Rundblättrigen ist dies der Langblättrige und der Mittlere Sonnentau, welcher geringfügig größere Rosetten als Ersterer bildet. Seine Blätter sind länglich- oval und ebenfalls mit den charakteristischen klebrigen Tentakeln besetzt, an denen kleine Insekten haften bleiben. Ist ein Insekt in die "Falle" gegangen, krümmen sich die Blätter ein und verdauen das Opfer mit Hilfe eines eiweißspaltenden Enzyms.

 

 

 

 

 

Fieberklee (Menyanthes trifoliata)

 

Der Fieberklee findet sich an verschieden ausgeprägten nassen Standorten. Als Wasserpflanze besiedelt er die Ränder offener Wasserflächen in Sumpfgebieten, wo er seine Blütenstände und Blätter über die Wasseroberfläche hinausschiebt. Aber auch in Flach- und Zwischenmooren kann er auf kalkarmen, nassen Torfböden größere Bestände bilden.

Durch seinen Gehalt an verschiedenen Bitterstoffen wurde der Fieberklee in früheren Zeiten als Arzneipflanze genutzt, welche eine angeblich fiebersenkende Wirkung aufweisen sollte. Auch bei der Bereitung von Kräuterlikören fanden die Blätter der Pflanze Verwendung.

Durch das Verschwinden geeigneter Biotope ist der Fieberklee heute selten geworden und wird in der Roten Liste Hessens als "gefährdet"  (3) bezeichnet.

 

 

 

 

 

Die bundesweit recht seltene Sumpf-Schlangenwurz (Calla palustris)bildet im Burgwald an mehreren Stellen ausgedehnte Bestände, es sind die größten in Hessen. Diese Sumpfpflanze wächst am Rande und innerhalb von stehenden Gewässern, Mooren und Bruchwäldern, wo sie einen bis 50 cm langen, robusten Wurzelstock bildet, dem herzförmige, derbe, handtellergroße Blätter entspringen. Die unscheinbaren Blüten bilden einen 2-3 cm langen Kolben, der von einem auffälligen, großen weißen Hüllblatt umgeben wird. Die sich aus den Blüten entwickelnden scharlachroten Früchte sind wie die übrigen Teile der Pflanze giftig.  

 

In der Roten Liste Hessens wird die auch Drachenwurz genannte Art als "gefährdet" (3) geführt.

 

 

 

 

  

Mittleres Wintergrün (Pyrola media) 

 

Eine der Besonderheiten des Burgwaldes ist das Mittlere Wintergrün, welches zu den großen Seltenheiten der deutschen Pflanzenwelt gezählt wird. Die Pflanze erreicht in Deutschland die Westgrenze ihrer Verbreitung und kommt nur an wenigen Standorten vor. Das einzige hessische Vorkommen dieser bundesweit seltenen Pflanze ist im nördlichen Burgwald zu finden! Sie wächst vorwiegend auf nährstoffarmen Böden in lichten Kiefernwälder und reagiert sehr sensibel auf Standortveränderungen. Neben der Vernichtung geeigneter Biotope durch direkte Zerstörung, zunehmende Beschattung, Trockenstress durch z.B. den Klimawandel, Überwucherung durch konkurrierende Pflanzen, gilt besonders der Eintrag von Luft-Schadstoffen als Gefährdungsursache. Dabei werden die für die Entwicklung der Pflanze notwendigen Pilz-Partner im Boden geschädigt.

 

In der Roten Liste Hessens wird die Art als "vom Aussterben bedroht" geführt, in der Roten Liste der BRD als "stark gefährdet".

 

 

 

 

 

Kleines Wintergrün (Pyrola minor)

 

Rote Liste Hessen 2008: Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

 

Das seltene Nickende Wintergrün (Orthilia / Pyrola secunda) gehört mit seinen im Burgwald anzutreffenden Verwandten, dem Kleinen und dem Mittleren Wintergrün, in die Familie der Heidekrautgewächse. Ähnlich wie Orchideen sind die Wintergrüngewächse in ihrer Entwicklung auf das symbiotische Zusammen- leben mit Wurzelpilzen angewiesen. Die immergrünen Blätter des Nickenden Wintergrüns erinnern in ihrer Form an die Blätter des Birnbaums, was ihm den synonym vewendeten Namen Birngrün einbrachte. Die grünlich-weißen, einseitswendig angeordneten Blüten findet man von Juni bis Juli. 

 

In der Roten Liste Hessens 2008 wird diese Art als "gefährdet" (3) aufgeführt.

 

 

 

 

 

Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica).

 

Mit einer Wuchshöhe von maximal 20 cm ist das Wald-Läusekraut trotz seiner hübschen zart-rosa Blüten eher unscheinbar und leicht zu übersehen. Es wächst bevorzugt auf feuchten, nährstoffarmen, sandigen oder torfigen Böden in Flachmooren, auf Waldwiesen und entlang von Waldwegen. Als Halbschmarotzer ist es in der Lage, mit Saugorganen den Wurzeln seiner Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe zu entziehen und so auch relativ trockene Standorte zu besiedeln.

In früheren Zeiten hat man offenbar mit einem Absud aus dieser Pflanze versucht, Tierläuse zu bekämpfen. Daher rührt sein Name.

 

In der Roten Liste Hessens wird das Wald-Läusekraut als "stark gefährdet" (2) geführt.

 

 

 

 

 

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

 

 

 

 

 

Das Schattenblümchen (Maianthemum bifolium) findet sich vorwiegend in Laubwäldern auf humusreichen, leicht sauren Böden. Im Frühsommer bildet es mit seinen zarten, weißen Blüten an geeigneten Stellen größere Bestände (z.B. dicht unterhalb des Christenbergs). Wie das Maiglöckchen gilt das Schattenblümchen als giftig.

Im Spätsommer zeigen sich die rötlichen Beeren des Schattenblümchens, die während der Reifungsphase auch zart marmoriert gezeichnet sein können.

 

 

 

 

 

Acker-Gelbstern (Gagea villosa/arvensis)

 

Rote Liste Hessen 2008: Art der Vorwarnliste (V)

Die hübsche Heide-Nelke (Dianthus deltoides) wächst auf mageren, sandigen Böden.

 

Sie befindet sich bereits unter der Kategorie "gefährdet" in den Roten Listen von sieben Bundesländern- in Hessen ist sie eine Art der Vorwarnliste (V)

 Die Heide-Nelke war die "Blume des Jahres" 2012.

 

 

 

 

 

Mit einem markanten Blütenstand, der an eine explodierende Sylvesterrakete erinnert, zeigt sich die Einbeere (Paris quadrifolia)dem Betrachter. Die mit den Lilien verwandte Pflanze hat einen bis 40 cm hohen Stängel, der lediglich im oberen Teil einen Kranz aus meist vier waagerecht abstehenden Blättern aufweist. überragt werden die Blätter von einer einzigen, endständigen Blüte. Aus deren blau-schwarzen Fruchtknoten entwickelt sich im Spätsommer eine gleichartig gefärbte und etwa kirschgroße Beere.

Diese durchaus appetitlich aussehenden Beeren sind allerdings giftig und können bei übermäßigem Verzehr Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und sogar Atemlähmung hervorrufen.

Die in feuchten, schattigen Laub- und Mischwäldern wachsende Pflanze gilt als kalkliebend und kommt im Burgwald nur selten vor.

 

 

 

 

 

Nicht nur "Eingeweihten" ist schon lange bekannt, dass der Burgwald so manche Kostbarkeit aus der Tier- und Pflanzenwelt in sich birgt. Dass man aber nach wie vor noch so manche Überraschung in ihm erleben kann, zeigte sich kürzlich wieder, als Mitglieder der Aktionsgemeinschaft eine bis dahin für den Burgwald unbekannte Pflanze entdeckten.

 

Es handelt sich um die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), die in einem kleinen aber vitalen Bestand im Bereich des zentralen Burgwalds gefunden wurde. Dieser enge Verwandte der bekannteren Heidelbeere war in Hessen bislang nur aus dem Vogelsberg und der Rhön bekannt, so dass diese Entdeckung offenbar den Erstfund für den Burgwald darstellt. 

Die Rauschbeere, auch Moorbeere genannt, gilt als Hochmoorart und findet sich dementsprechend auf feuchten, nährstoffarmen, sauer-humosen Torfböden in moorigen Wäldern und Zwergstrauchheiden.

 

Durch den Mangel an geeigneten Lebensräumen gilt diese Art in der Roten Liste Hessens als "extrem selten" (R)! Für weite Teile Hessens wird sie gar schon als "ausgestorben" eingestuft.

 

 

 

 

 

Preiselbeere (Vaccinium vitis-idea).  Rote Liste 2008: "gefährdet" (3).

Im Spätsommer findet man mitunter rote Beeren und frische weiße Blüten der Preiselbeere unmittelbar nebeneinander.

 

 

 

 

 

Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). Blüten (Foto oben) und Beere (Foto unten).

 

Dieser zu den Heidekrautgewächsen gehörende Zwergstrauch gilt als typische Hochmoor-Art.

Mit ihren kriechenden, filigranen, bis zu 80cm langen Stängeln überzieht diese seltene Pflanze die Torfmoosbulte in den Moorbereichen des Burgwaldes mit einem dichten Geflecht. Am Ende der Triebe sitzen zarte rosa Blüten auf dünnen rötlichen Stielen. Sie blühen im Frühsommer und werden hauptsächlich von Insekten bestäubt. Aus ihnen entwickeln sich schließlich rundliche, gelbrote bis rote Beeren, die bis über 1cm im Durchmesser groß werden.

In der Roten Liste Hessens wird die Moosbeere als "gefährdete" (3) Art bezeichnet, in einzelnen Regionen unseres Bundeslandes liegt der Gefährdungsgrad allerdings noch höher.

 

 

 

 

 

Glockenheide (Erica tetralix)

 

Als Einwanderer aus dem atlantisch geprägten Europa erreicht die Glocken-Heide im Burgwald den südöstlichen Rand ihres natürlichen Verbreitungsgebietes. Sie besiedelt feuchte Heiden und Moore und bevorzugt sandige oder torfige kalkarme, saure Böden. Die Bestäubung ihrer hell-rosa Blüten übernehmen Insekten, die Glocken-Heide gilt als hervorragende Bienenweide.

 

Die hessische Rote Liste führt die Glocken-Heide als "gefährdete" Art.

 

 

 

 

 

Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum)

 

Die zu den Glockenblumengewächsen zählende Schwarze Teufelskralle wächst gerne an eher schattigen, nährstoffreichen und kalkarmen Plätzen in Waldgebieten.

 

Ihr Verbreitungsgebiet ist relativ eng auf Mitteleuropa begrenzt. Ihre Vorkommen finden sich zwischen der Nordsee im Norden, dem Hochrhein im Süden, sowie den Ardennen im Westen und Niederösterreich als Ostgrenze. In Deutschland liegt somit das Haupt-Verbreitungsgebiet, so dass wir für den Erhalt dieser, bei uns an sich nicht seltenen Pflanze, dennoch eine besondere Verantwortung tragen. 

 

 

 

 

 

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