Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
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Nachtfalter Teil II

Es können hier natürlich nicht hunderte verschiedene Nachtfalterarten gezeigt werden, so dass wir uns darauf beschränken müssen, aus möglichst vielen Familien besonders häufige, auffällige, schöne oder charakteristische Arten, welche auch im Burgwald vorkommen, vorzustellen. Die Farben- und Formenvielfalt dieser Tiergruppe wird hoffentlich trotzdem deutlich.

 

 

 

Familie Federmotten (Pterophoridae)

Platyptilia spec.

 

Die recht kleinen Federmotten haben ein fast skurriles Aussehen. Ihre Flügel sind aufgespalten in schmale Lappen oder Federn. In Ruhe werden sie eng zusammengeklappt und vom Körper abgespreizt, so dass eine charakteristische T-Form entsteht. In Mitteleuropa sind ca. 80 Arten bekannt, welche häufig nur schwer voneinander unterschieden werden können.

Winden-Federmotte (Pterophorus pentadactyla)

 

 

 

 

 

Familie Zünsler (Pyralidae)

Purpurroter Zünsler (Pyrausta purpuralis)

 

Rote Liste BRD: Art der Vorwarnliste (V)

Seerosenzünsler (Elophila nymphaeata)

Brennnesselzünsler (Eurrhypara hortulata)

 

 

 

 

 

Familie Pfauenspinner (Saturniidae)

 

Die Familie der Pfauenspinner beinhaltet etwa 1200 Arten, die auf der ganzen Erde besonders aber in den Tropen vorkommen. Unter ihnen befinden sich einige der größten Schmetterlinge überhaupt. Bei uns sind lediglich zwei Vertreter dieser Familie heimisch.

Nagelfleck (Aglia tau)

 

 

 

 

 

Familie Glasflügler (Sesiidae)

 

Obwohl in Europa über einhundert ihrer Arten bekannt sind, von denen immerhin rund zwei Dutzend auch in Hessen vorkommen, ist die Schmetterlingsfamilie der Glasflügler (Sesiidae) den meisten Menschen wohl weitgehend unbekannt. Durch ihre verborgene Lebensweise, ihre meist nur geringe Körpergröße und ihre eher an Hautflügler erinnernde Färbung, entziehen sie sich auch nur allzu leicht unserer Wahrnehmung.

Ihre relativ schmalen Flügel sind in weiten Bereichen schuppenlos und daher durchsichtig. Durch die meist noch zusätzlich vorhandenen gelben, gelegentlich auch roten Querstreifen auf dem Hinterleib, imitieren sie wehrhafte Wespen oder Bienen nahezu perfekt. Damit versuchen diese absolut wehrlosen Falter potentielle Fressfeinde abzuschrecken. Obwohl sie meist zu den Nachtfaltern gestellt werden, sind die Glasflügler tagaktiv und ausgesprochen sonnenliebend.

Die Raupen der Glasflügler entwickeln sich bohrend im Holz von Bäumen und Sträuchern, teilweise auch in Stengeln und Wurzelstöcken von krautigen Pflanzen. Ihre Entwicklung kann bei einigen Arten mehrere Jahre dauern.

Der Hornklee-Glasflügler (Bembecia ichneumoniformis) ist eine eher wärmeliebende Art, die wie einige weitere Arten auch gelegentlich in naturnahen Gärten gefunden werden kann. Hier sitzen sie im Sonnenschein gerne auf Blüten, welche sie als "Rendezvous-Plätze" nutzen. Am Nektar der Blüten können sie sich nicht laben- sie besitzen nur einen rudimentär entwickelten Rüssel! Die Raupen dieser Art entwickeln sich in den Wurzelstöcken verschiedener Kleearten.

Hornklee-Glasflügler (Bembecia ichneumoniformis).

Foto oben Kopula, Foto unten weibliches Tier

 

 

 

 

 

 

Kleiner Weiden Glasflügler (Synanthedon formicaeformis)

 

Die Raupen dieser Art entwickeln sich im Holz von verschiedenen Weiden-Arten und Zitterpappel.

 

 

 

 

 

Familie Schwärmer (Sphingidae)

Der Labkrautschwärmer (Hyles gallii) wird zu den Wanderfaltern gezählt und in Hessen nur selten gefunden. Seine Raupe frisst an Labkraut, Weidenröschen und gelegentlich in Gärten an Fuchsien.

 

Rote Liste Hessen 1999: "extrem selten" (R)

 

 

 

 

 

Pappelschwärmer (Laothoe populi)

 

 

 

 

 

Raupe vom Nachtkerzenschwärmer (Proserpinus proserpina)

 

Rote Liste Hessen 1999: Vorwarnliste (V)

 

Die Raupen der Schwärmer können eindrucksvolle Größen erreichen. Nicht selten reichen sie in Länge und Umfang an den Mittelfinger eines erwachsenen Mannes heran.

 

 

 

 

 

Kleiner Weinschwärmer (Deilephila porcellus) 

 

 

 

 

 

Einer unserer farbenprächtigsten Nachtfalter ist der Mittlere Weinschwärmer (Dilephila elpenor). Häufiger als den nachtaktiven Falter findet man jedoch seine eindrucksvolle Raupe, die an Springkraut, verschiedenen Weidenröschen-Arten und anderen Kräutern gefunden werden kann. 

Raupe vom Mittleren Weinschwärmer (Deilephila elpenor)

 

Relativ selten kommt es dabei zu solch grünlich gefärbten Exemplaren- normalerweise dominiert eine bräunliche Färbung. Bei Störungen ziehen diese Raupen ihren Kopf ein und präsentieren einem potentiellen Angreifer die Augenflecken auf dem somit aufgeblähten Nackenbereich. Die "Augen" sollen ein wohl wehrhafteres Tier imitieren und damit abschreckend wirken. 

 

 

 

 

 

Hummelschwärmer ( Hemaris fuciformis)

Die Raupe entwickelt sich an Geißblatt, Heckenkirsche und Schneebeere. (Dank an G. Steckbauer, Schönstadt für das Ermöglichen des Fotos)

 

 Rote Liste Hessen 1999: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Kiefernschwärmer (Sphinx pinastri)

 

 

 

 

 

Familie Widderchen (Zygaenidae)

Sumpfhornklee-Widderchen (Zygaena trifolii).

 

Rote Liste D 2011:  "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Sechsfleck-Widderchen (Gemeines Blutströpfchen) (Zygaena filipendulae)


Rote Liste Hessen 1995: "Vorwarnliste" (V)

 

 

 

 

 

Ampfer-Grünwidderchen (Adscita statices [heuseri])

 

Die glänzend blaugrün gefärbten Grünwidderchen stellen sicherlich besondere "Juwelen" in unserer heimischen Schmetterlingswelt dar. Man findet sie im Frühsommer auf den blütenreichen Wiesen im Inneren des Burgwaldes. Im Gegensatz zu dem den Burgwald umgebenden landwirtschaftlich intensiv genutzten Grünland, werden diese Flächen seltener und im Jahreslauf später gemäht. Hier gaukeln die relativ schlechten Flieger im Sonnenschein besonders gerne um Kuckucks-Lichtnelken, welche die bevorzugte Nektarpflanze darstellt und auch als Rendezvous-Platz dient.

Das Männchen dieser Falter erkennt man an den gekämmten Fühlern, die des Weibchens sind dünn kolbenförmig.

Als Nahrungspflanzen für die Falter-Raupen werden ausschließlich Sauer-Ampfer-Arten genutzt.

Das Ampfer-Grünwidderchen tritt in zwei Varianten mit unterschiedlichen ökologischen Ansprüchen auf. Unter Fachleuten wird seit langem diskutiert, ob es sich um eigenständige Arten handelt.  

Die Rote Liste Deutschlands 2011 führt diesen Falter in der Vorwarnliste (V).

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