Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
Aktionsgemeinschaft"Rettet den Burgwald" e.V.

Großlibellen

 

 

 

Kleine Königslibelle (Anax parthenope)

In 2017 erstmals nahe Mellnau nachgewiesen wurde die Kleine Königslibelle, die in den letzten Jahren ihr Verbreitungsgebiet erweitert.

 

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2)

 

 

 

 

 

Östliche Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons)

Schon als kleine Sensation kann man den Fund der hier gezeigten Libelle verbuchen, der im zentralen Burgwald im Sommer 2016 gelang.

 

Es handelt sich um ein Männchen der Östlichen Moosjungfer (Leucorrhinia albifrons), eine bundesweit sehr seltene Art, deren aktuelle Vorkommen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Niedersachsen und Bayern liegen.

  

In Hessen gab es bislang nur Einzelfunde dieser Art in den Jahren 2012 (Lahnberge, MR, v. Blanckenhagen) und 2013 (Rodgau, Krs. OF, Adelmann), so dass der Fund im Burgwald überhaupt erst der dritte gesicherte Nachweis dieser Libellenart für unser Bundesland darstellt!

 

Der seltene Fund gelang übrigens an "unserem" Teich, welcher im Rahmen unseres Moor-Renaturierungsprojektes südlich der Franzosenwiesen vor einigen Jahren neu geschaffen wurde.

 

Inzwischen konnte im Sommer 2017 südlich von Frankfurt von Benno v. Blanckenhagen eine kleine Population dieser Art festgestellt werden, wobei auch erstmals der Nachweis von erfolgreichen Reproduktionen der Art erfolgte. Somit kann man die Östliche Moosjungfer neuerdings zu den bodenständigen hessischen Arten zählen. 

 

 

 

 

Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta)

 Foto oben: Männchen, Foto unten: Weibchen

Aeshna mixta-Männchen im Netz einer Radnetzspinne.

 

 

 

 

 

Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea)

Das Foto oben zeigt ein frisch geschlüpftes, noch nicht ausgefärbtes Männchen.

Ausgefärbte Männchen zeigen auf ihrem Hinterleib leuchtend blaue Flecken. Auf dem bräunlichen Thorax stechen zwei gelbe Querbänder hervor.

Die Grundfärbung der Weibchen ist bräunlich,

mit einer meist gelben Zeichnung aus Flecken und Bändern.

Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3), BRD: Art der Vorwarnliste (V) 

 

 

 

 

Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea)

Foto oben: Schlüpfendes Männchen, links oben ist die leere Larvenhülle (Exuvie) zu sehen.

Das obige Bild zeigt ein frisch geschlüpftes Weibchen der Blaugrünen Mosaikjungfer. Die Färbung des Körpers ist noch blass, sie entwickelt sich erst in den folgenden Tagen.

 

Die Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) gehört zu den weit verbreiteten und häufigen Libellenarten. Sie besiedelt nahezu jede Art von stehendem Gewässer, vom Baggersee bis zum Gartenteich. Durch ihre auffällige Färbung und ihre geringe Scheu vor Menschen lässt sie sich meist leicht bestimmen.

 

Patroullierende Männchen sind ausgesprochen neugierig und so nähern sie sich in ihren Revieren menschlichen Beobachtern oft bis auf wenige Zentimeter und verharren dabei für Sekunden fliegend auf der Stelle. Gelegentlich sieht man sich so diesen faszinierenden Tieren "Auge in Auge" gegenüber. In früheren Zeiten wurde dieses Verhalten vielfach als "Angriffslust" gedeutet und führte mit dazu, dass auch heute Libellen zuweilen noch als aggressive und gefährliche Wesen angesehen werden. Dabei gehören Schilderungen, nach denen Libellen mit "sieben Stichen" einen Menschen töten oder Kühen durch Bisse Fleischwunden beibringen können eindeutig in das Reich der Fabeln und Märchen. Libellen können weder stechen noch durch ihre Mundwerkzeuge Mensch oder Vieh gefährlich werden!

 

 

 

 

Große Königslibelle (Anax imperator)

Foto oben: weibliche Große Königslibelle verspeist einen Admiral (Vanessa atalanta).

Foto unten: Männchen

 

 

 

 

Westliche Keiljungfer (Gomphus pulchellus)  

 

 

 

 

Kleine Zangenlibelle (Onychogomphus forcipatus)

Wie sich unschwer vermuten lässt, sind die übergroßen, zangenartigen Hinterleibsanhänge der Männchen verantwortlich für den Namen dieser Libellenart. Bei der Paarung ergreifen die Männchen mit diesen, bei den Libellen artspezifisch ausgebildeten Anhängen, ihre Partnerinnen hinter dem Kopf. Krümmen die Weibchen dann ihren Hinterleib nach vorne und verkoppeln dessen Ende mit dem Begattungsorgan des Männchens, so bildet sich das für Libellen charakteristische Paarungsrad. Im Insektenreich ist dies eine wohl einmalige Paarungsweise.

 

Die Kleine Zangenlibelle besiedelt reich strukturierte, naturnahe Flüsse und Bäche. Von ihren bekannten Vorkommen an den Oberläufen von Lahn und Eder aus, besiedelt sie auch zunehmend die Bach-Täler des Burgwaldes. Der Bestand dieser Libellen-Art hat sich in den letzten Jahren in Hessen positiv entwickelt, was als Zeichen für eine Verbesserung der Wasserqualität gedeutet werden kann.

In der Roten Liste Hessens wird diese Art (noch) als "stark gefährdet" (2) bezeichnet.

 

 

 

 

Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii)

Diese schöne, schwarz-gelb gefärbte Libellenart besiedelt kleine und größere Bäche mit guter Wasserqualität, welche sich in waldreichen Gebieten vorwiegend der Mittelgebirgsregion befinden. Während der Flugzeit, die zwischen Mitte Juni und Anfang August liegt, kann man die Männchen bei ihren Patrouillen-Flügen in niedriger Höhe entlang der Bachläufe beobachten. Die Weibchen dieser Art (Foto oben) sind mit Körperlängen um 85mm unsere größten Libellen. Mit ihrem Legebohrer stechen sie ihre Eier im Flug in das Sediment von seichten Bachbetten. In dem feinkörnigen Substrat am Gewässerboden lebt die Larve fast vollständig eingegraben als Lauerjäger. Ihre gesamte Entwicklung zur fertigen Libelle kann über fünf Jahre dauern. 

                                           

Das untere Foto zeigt ein Männchen.

 

 

 

 

Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata)

Nach mehreren Jahren konnte diese seltene Art kürzlich wieder im Burgwald in der Nähe von Mellnau nachgewiesen werden. Gegenüber der vorangestellten Schwesterart ist die Gestreifte Quelljungfer stärker an die Quellbereiche ihrer Reproduktionsgewässer gebunden.

 

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2), BRD: "gefährdet" (3)

Mit dem Fund dieser Larve im Juli 2017 konnte erstmals eine erfolgreiche Reproduktion dieser hoch spezialisierten Art für den Burgwald nachgewiesen werden.

 

 

 

 

Falkenlibelle, Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea)

Die Falkenlibelle (Cordulia aenea) zählt zu unseren jahreszeitlich am frühesten fliegenden Großlibellen. In günstigen Jahren können bereits Mitte April die ersten geschlüpften Tiere nachgewiesen werden, üblicherweise liegt der Schlupf allerdings eher Anfang Mai.

 

Die Art kommt im Burgwald an zahlreichen Stillgewässern unterschiedlicher Größe vor, aber meist nur in geringer Individuenzahl.  

In Hessen ist die Art weit verbreitet, jedoch wurde in den letzten Jahren ein Rückgang der Bestände registriert. Die Rote Liste Hessens führt die Falkenlibelle in der Vorwarnliste (V).

 

 

 

 

Arktische Smaragdlibelle (Somatochlora arctica)

Eine echte Rarität hat der Burgwald mit der Arktischen Smaragdlibelle (Somatochlora arctica) aufzuweisen. Sie zählt zu den seltensten Libellen in Hessen und findet sich derzeit nur noch vereinzelt im Burgwald, in der Rhön und an einem Fundort im Spessart. Andere ehemalige Fundorte in Hessen sind offenbar inzwischen erloschen.

Die Arktische Smaragdlibelle gilt als spezialisierte Moorlibelle. Sie entwickelt sich in Moorschlenken und wassergetränkten Torfmoosflächen, die mitunter oberflächlich überhaupt kein Gewässer erkennen lassen. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung zwei bis drei Jahre.

 

Bei den Imagines lassen sich die Männchen gut an der Form der Hinterleibsanhänge erkennen. (oberes Foto) Sie erinnern an die "Zangen" von Ohrwürmern. Die Weibchen (Foto unten) sind am ehesten an den seitlich angeordneten gelben Flecken auf dem 3. Hinterleibssegment zu erkennen.

Durch den Verlust von geeigneten Lebensräumen gilt die Art in Hessen als auch bundesweit in den entsprechenden Roten Listen als "stark gefährdet" (2).

 

 

 

 

Glänzende Smaragdlibelle (Somatochlora metallica)

 

 

 

 

Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Noch in den achtziger Jahren waren Beobachtungen der Feuerlibelle (Crocothemis erythraea) in Hessen ausgesprochen seltene Glücksfälle, die aus dem Mittelmeerraum eingewanderten Tieren zu verdanken waren. Mittlerweile ist diese wärmeliebende Art in weiten Teilen Hessens verbreitet und gilt gebietsweise sogar als bodenständig.

 

Ob diese bemerkenswerte Bestandsentwicklung auf eine mögliche Klimaveränderung zurückzuführen ist, wird unter Fachleuten diskutiert. Inzwischen lassen sich die Tiere selbst im zentralen Burgwald entdecken, wie das oben gezeigte Weibchen, welches im Bereich der Franzosenwiesen gefunden wurde, dokumentiert. Ob diese Art hier allerdings auch reproduziert bleibt fraglich.

Die Feuerlibelle trägt ihren Namen durch die intensive rote Färbung der Männchen, die Weibchen sind unauffällig blass-braun gefärbt.

 

 

 

 

Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

Das obige Foto zeigt einen frisch geschlüpften Vierfleck (Libellula quadrimaculata), mit der verlassenen Larvenhaut (Exuvie) darüber.

 

Alle Libellen entwickeln sich als relativ unscheinbare Larven in Gewässern, wo sie, je nach Art, wenige Monate bis zu maximal fünf Jahre verbringen. Hier ernähren sie sich räuberisch von Kleinkrebsen, Würmern und den Larven von Wasserinsekten und durchlaufen in dieser Zeit bis zu 15 Häutungen. Ist die Larvalentwicklung abgeschlossen, benötigt die Larve noch einige Tage der Vorbereitung, in denen sie ihre Atmung von Kiemen- auf Luftatmung umstellt und ihre Brust und Flügelscheiden anschwellen.

 

Schließlich verlässt die Larve, bei den meisten Arten frühmorgens, das Wasser und klettert an senkrechten Pflanzenstängeln empor. Hier platzt schließlich die Larvenhaut auf und die Imago, das geflügelte "Vollinsekt", schiebt sich heraus. Die noch lappig zusammen gefalteten Flügel und der Hinterleib werden mit Körperflüssigkeit "aufgepumpt" und somit gestreckt und härten allmählich aus. Nach einer Weile bewegt die Libelle ihre ausgebreiteten Flügel und startet zu ihrem Jungfernflug.

 

Der gesamte Schlüpfvorgang kann bis zu drei Stunden dauern. Während dieser Zeit sind die Tiere ihren Feinden oder auch den Launen der Witterung völlig hilflos ausgeliefert. So fallen viele Libellen z.B. den Angriffen von Vögeln, Spinnen oder auch Ameisen zum Opfer und durch plötzliche Regenschauer oder heftige Winde besteht die Gefahr, dass Körperteile verkleben und die Tiere verkrüppeln.

 

 

 

 

Plattbauch (Libellula depressa)

Foto oben Weibchen, Foto unten Männchen

 

 

 

 

Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum)

Das obige Foto zeigt ein Weibchen, das untere ein Männchen.

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2)

 

 

 

 

Kleiner Blaupfeil (Orthetrum coerulescens)

oben: Männchen; unten: Weibchen

Das gezeigte Weibchen des Kleinen Blaupfeils wurde im westlichen Burgwald gefunden. Die Bestimmung anhand mehrerer Fotos übernahmen Mitarbeiter des Arbeitskreises Libellen in Hessen. (Herzlichen Dank dafür!) Diese Art gehört nach wie vor zu den seltensten Libellen in Hessen.

 
Rote Liste Hessen: "Vom Aussterben bedroht" (1), Rote Liste BRD: "Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

 

Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)

Foto oben frisches, Foto unten betagtes Weibchen

Foto unten Männchen

 

 

 

 

Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)

Foto oben Männchen, unten Weibchen

 

 

 

 

Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum)

Foto oben Männchen, Foto unten Weibchen

Große Heidelibelle, Paar (Foto unten)

 

 

 

 

Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum)

Foto oben Männchen, Foto unten Weibchen

 

 

 

 

Schwarze Heidelibelle (Sympetrum danae) 

Die Männchen dieser relativ kleinen Libellenart tragen die namensgebende dunkle Färbung auf dem Hinterleib, die Weibchen hingegen besitzen ausgedehnte gelbe Zeichnungselemente. Beide Geschlechter weisen als charakteristisches Merkmal auf den Brustseiten ein schwarzes Band auf, in welchem je drei kleine gelbliche Flecken eingelagert sind.
 

Die Art besiedelt gerne saure und moorige Gewässer und kommt im Burgwald noch in großer Anzahl vor. Hingegen berichtet der Arbeitskreis "Libellen in Hessen" von einem dramatischen Rückgang der Bestände in den letzten Jahren, welcher die Vorkommen der Schwarzen Heidelibelle vor allem in Mittel- und Südhessen ausgelöscht oder stark dezimiert hat.

Rote Liste Hessen: Art der Vorwarnliste (V).

 

 

 

 

Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)

Foto oben Männchen, Foto unten Weibchen 

 Rote Liste Hessen: "gefährdet" (3), Rote Liste BRD: "gefährdet" (3).

 

 

 

 

Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Neben vielen anderen seltenen Arten kommt im Burgwald die in Hessen nur noch an 4 bis 5 Standorten vertretene Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) vor. Sie gehört zu den im Anhang II der FFH-Richtlinie aufgeführten besonders schützenswerten Arten. Sie braucht besonnte, nicht trockenfallende Moorgewässer für die Entwicklung ihrer Larven und für die Imagines Jagdhabitate ohne starke Konkurrenz anderer Großlibellen. So ist sie zwar leicht von anderen Moosjungfern unterscheidbar, durch ihre Lebensweise aber eher schwierig nachzuweisen. Oberes Foto Männchen (Foto: Martin Schroth, UNB Hanau), unteres Foto Weibchen. 
 

Rote Liste Hessen: "vom Aussterben bedroht" (1), Rote Liste BRD: "gefährdet" (3) 

 

 

 

 

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