Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
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Käfer Teil I

Mit ca. 350000 Arten weltweit stellen die Käfer die artenreichste Tiergruppe überhaupt dar. Die Rote Liste der Käfer aus dem Jahr 1997 beziffert die Zahl der in Deutschland nachgewiesenen Arten mit 6537, welche in über 120 Familien eingeordnet werden. Entsprechend der immensen Artenfülle hat sich innerhalb dieser Insektenordnung eine schier unüberschaubare Farb- und Formenvielfalt entwickelt. Vor allem aus den tropischen Regionen der Erde sind Bilder von diesen "lebenden Juwelen" bekannt und entsprechende Hochglanz-Bildbände erfreuen sich großer Beliebtheit.

Zwar kann unser größter einheimischer Käfer, der Hirschkäfer (Lucanus cervus), nicht mit den Rekordmaßen eines afrikanischen Goliathkäfers, dem schwersten Insekt überhaupt, mithalten, doch auch die heimische Käferfauna beinhaltet viele beachtenswerte und attraktive Arten.

Auch die meisten Käfer sind mit ihrer Lebens- und Entwicklungsweise an ganz bestimmte Lebensräume oder Nahrungsangebote angepasst. Verschwinden oder verändern sich diese Lebensräume, gefährdet dies auch logischerweise den Fortbestand der entsprechend spezialisierten Arten. Laut oben erwähnter Roter Liste befinden sich fast 46% der in Deutschland vorkommenden Käfer in einer der Gefährdungskategorien. Anders ausgedrückt: knapp 3000 Käferarten sind in unserem Land gefährdet oder vom Aussterben bedroht!

 

 

 

Familie Prachtkäfer (Buprestidae)

Der Kleine Kirschbaum-Prachtkäfer (Anthaxia nitidula) aus der Familie der Prachtkäfer (Buprestidae) macht trotz seiner geringen Größe von 6-8mm dem Familiennamen alle Ehre. Neben dem auffallenden metallischen Glanz zeigt er die typische kompakte Körperform, mit sich nach hinten verjüngenden Flügeldecken. Die meisten der ca. 60 in Hessen vorkommenden Arten entwickeln sich in Holz oder Rinde von Bäumen und Sträuchern. 

 

 

 

 

 

Bunter Eichen-Prachtkäfer / Weiden-Prachtkäfer (Anthaxia salicis)

Rote Liste BRD: "gefährdet" (3)

 

 

 

 

 

Blauer Kiefern-Prachtkäfer (Phaenops cyanea) 

 

 

 

 

 

Familie Laufkäfer (Carabidae)

 

In Hessen ca. 400 Arten. Der weit überwiegende Teil der Laufkäfer lebt sowohl als Larve als auch als fertig entwickelter Käfer räuberisch von anderen Insekten, Schnecken, Spinnen, Regenwürmern oder auch von Aas.

Der Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris) ist der Häufigste der vier in Hessen vorkommenden Arten seiner Gattung. Er ist ein flinker Jäger, der kleinen Insekten und Spinnen nachstellt. Auf trocken-warmen Wald- und Feldwegen, bevorzugt mit lückigem Bewuchs oder sandigem Untergrund, fallen im Sommerhalbjahr die grün-glänzenden Tiere auf, die bei Beunruhigung schnell auffliegen und nach wenigen Metern gleich wieder auf dem Boden landen. Die räuberischen Larven lauern in Erdröhren.

 

 

 

 

Wesentlich seltener ist im Burgwald der Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida) zu finden.

Laut Roter Liste Hessens ist für diese Art von einer Gefährdung auszugehen, allerdings ist die Datenlage zur Verbreitung dieses hübschen Käfers noch mangelhaft (G/D).

 

 

 

 

 

Ein echter "Hingucker" in unserer Käfer-Fauna ist der Goldglänzende Laufkäfer (Carabus auronitens) mit seiner metallisch goldgrünen Färbung. Der bis über 30 mm messende Krabbler bewohnt eher feuchte Laub- und Mischwälder und ist als guter Kletterer auch in der Lage Bäume zu erklimmen. Ab Einbruch der Dämmerung macht er sich auf die Jagd und stellt weichhäutigen Insekten, Würmern und Schnecken nach. Tagsüber hält er sich in der Laubstreu, unter Totholz, Rindenstücken oder Steinen verborgen. Er ist von April bis zum Herbst aktiv und überwintert unter Baumrinde und in Stubben. Die erwachsenen Käfer der Gattung Carabus können einige Jahre alt werden. So wurden Exemplare des gezeigten Goldglänzenden Laufkäfers nachweislich im Freiland vier Jahre alt.

 

 

 

 

 

Blauer Laufkäfer (Carabus intricatus)

 

Diese wärmeliebende Art wird in der Roten Liste Hessens als "gefährdet" (3) geführt.

 

 

 

 

 

Glatter Laufkäfer (Carabus glabratus) 

 

 

 

 

 

Hain-Laufkäfer (Carabus nemoralis)

 

 

 

 

 

Gekörnter Laufkäfer (Carabus granulatus)

 

 

 

 

 

Kleiner Kettenlaufkäfer (Carabus problematicus)

 

 

 

 

 

Goldleiste (Carabus violaceus)

 

Alle Arten der Gattungen Cicindela (Sandlaufkäfer) und Carabus sind nach der Bundesartenschutzverordnung gesetzlich geschützt!

 

 

 

 

 

Großer Breitkäfer / Großer Brettläufer (Abax perallelepipedus)

 

Der deutsche Name weist auf den robust wirkenden Körperbau des ca. 20mm langen Laufkäfers hin.

 

 

 

 

 

Familie Bockkäfer (Cerambycidae)

Als typische Art alter, strukturreicher Buchenwälder gilt der seltene Haarschildige Halsbock (Stictoleptura scutellata). In der Roten Liste Deutschlands wird er zu den "gefährdeten" Arten gezählt (3).

 

 

 

 

 

Mit einer Körperlänge bis über 3 cm und seiner metallisch glänzenden Färbung ist der Moschusbock (Aromia moschata) einer unserer größten und prächtigsten Bockkäfer. Seine Larven entwickeln sich im Holz von Weidenbäumen und -büschen. Seinen deutschen Namen trägt er, da er einen aromatischen Geruch verströmt. 

 

 

 

 

 

Schulterbock (Oxymirus/Toxotus cursor)

 

 

 

 

 

Roter Spitzdeckenbock (Stenopterus rufus)

 

 

 

 

 

Weißstreifiger Distelbock (Agapanthia  pannonica) 

 

 Rote Liste BRD: 2, "stark gefährdet"

 

 

 

 

 

Die Larven des Scheckhorn-Distelbocks (Agapanthia villosoviridescens) entwickeln sich in den Stängeln verschiedener krautiger Pflanzen, vor allem Disteln.

 

 

 

 

 

Kleiner Pappelbock (Saperda populnea)

 

Die Entwicklung seiner Larven erfolgt in lebenden jungen Zweigen von Zitterpappeln und seltener auch von Weiden. Dementsprechend findet man den Käfer von April bis Juli an Waldsäumen, Pioniergehölzen und Hecken auf den Zweigen und Blättern dieser Pflanzen.

 

 

 

 

 

Geißblatt- (oder Wurzelfleckiger-) Linienbock (Oberea pupillata) 

 

  Rote Liste BRD: 3, "gefährdet"

 

 

 

 

 

Bockkäfer Cortodera humeralis   Rote Liste BRD: 3, "gefährdet"

 

Die Larven dieser Art entwickeln sich in absterbendem und totem Holz von Laubbäumen. 

 

 

 

 

 

Rothalsbock (Corymbia rubra) Weibchen

Diese, auch mitunter in Gärten anzutreffende Käferart, gehört zu den "klassischen" Totholz-Arten, deren Larven sich in morschem, teilw. verpilztem Alt-und Totholz von Fichten und Kiefern entwickeln.

Rothalsbock (Corymbia rubra) Männchen

 

 

 

 

 

Die Larven des hübschen Vierbindigen Schmalbocks (Leptura quadrifasciata) wachsen ebenfalls in stehendem und liegendem Totholz heran.

 

 

 

 

 

Von der vorhergehenden Art durch die geringelten Fühler und die weitgehend gelben Beine zu unterscheiden ist der Gefleckte Schmalbock (Leptura maculata), der häufig auf wald- und gehölznahen Blüten zu finden ist.

 

 

 

 

 

Der schöne Gelbbindige Zangenbock (Rhagium bifasciatum) benötigt für seine Larvalentwicklung ebenfalls morsches, verpilztes Holz verschiedener Gehölzarten. Die Käfer schlüpfen bereits im Herbst, verbringen aber den Winter in sogennanten Puppenwiegen innerhalb des Brutholzes und erscheinen dann erst im Frühling.

 

 

 

 

 

Die Larven vom Schrotbock (Rhagium inquisitor) bevorzugen Holz von abgestorbenen Nadelbäumen.

 

 

 

 

 

Unter der Borke von austrocknenden Laubbäumen entwickeln sich die Larven vom Schwarzfleckigen Zangenbock (Rhagium mordax).

 

 

 

 

 

Den Rothaarbock (Pyrrhidium sanguineum) findet man von April bis August in Gehölzbiotopen. Seine Larven entwickeln sich unter der Borke von austrocknenden, möglichst sonnenexponierten Stämmen und Ästen von Eichen, seltener auch anderer Laubgehölzen. 

 

 

 

 

 

Mit seinem schwarz-gelben Streifenmuster versucht der Widderbock (Clytus arietis) offenbar eine wehrhafte Wespe zu imitieren, um so Fressfeinde abzuschrecken. Den vollkommen harmlosen Käfer findet man von Mai bis Juli nicht selten in Wäldern, Hecken, Streuobstwiesen. Seine Larvalentwicklung findet im Totholz verschiedener Laubgehölze statt.

 

 

 

 

 

Ein Weibchen des Zimmermannsbocks (Acanthocinus aedilis). Zwar besitzt schon das weibliche Tier die für viele Bockkäferarten kennzeichnenden langen Fühler, doch dürfte der männliche Zimmermannsbock mit einer Fühlerlänge, welche die fünffache Körperlänge erreicht, in dieser Diziplin den Spitzenplatz einnehmen. Die Tiere entwickeln sich hauptsächlich unter der Rinde von absterbenden Kiefern.

 

 

 

 

 

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