Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.
Aktionsgemeinschaft"Rettet den Burgwald" e.V.

           Bundesfernstraße Olpe - Hattenbach (ehemals A 4)

Vor über 40 Jahren hat sich die Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" wegen den erneuten Planungen einer Ost-West-Verbindung zwischen Olpe und Hattenbach gegründet. Die A 4 hätte unseren schönen Burgwald seinerzeit durchschneiden und somit zerstören sollen.

Mit der Wiedervereinigung ist die Trasse, als dringend notwendige Verbindung Paris-Moskau, wieder neu ins Gespräch gekommen.
Der Umweg von Olpe nach Hattenbach auf der A 45 über Gießen und weiter über die A 5 betrug seinerzeit ca. 30 Kilometer.
Nach der 2007 erstellten sogenannten "Machbarkeitsstudie" ist der "Umweg" noch bei 1 bis 12 Kilometern, je nach Trassenführung!! Die Rechtfertigkung einer Ost-West-Verbindung liegt also nicht mehr wirklich vor.
Also verpackt man die A 4 neu, spricht von einer kreuzungsfreien, mehrspurigen Bundesfernstraße in Umgehungsstraßencharakter und nennt sie zudem noch  Entwicklungsachse. Letztere lässt sich in Zeiten krisengeschüttelter Wirtschaft auch viel besser verkaufen. Für immerhin "nur" 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. An große Zahlen hat man sich ja in letzter Zeit auch gewöhnen können. Außerdem weiß man ja auch, dass Bauprojekte am Ende meist noch mal um die Hälfte teurer werden.
Unter den Deckmänteln von "Umweltschutz für die Bürger" und "Arbeitsplatzsicherung" arbeiten derzeit vor allem die IHKs der Bundesländer, die Landkreise, einige Wirtschaftsunternehmen und die Gesellschaft zur Förderung umweltgerechter Straßen und Verkehrsplanung (GSV) an der Fortführung der Planung. Interessant in diesem Zusammenhang: Die GSV finanziert sich in der Hauptsache durch einen Förderverein, dessen Mitglieder u. a, so bekannte Unternehmen wie STRABAG, Heidelberger Zement, Deutsche Asphalt, Gütegemeinschaft Verkehrsflächen aus Beton, Bauindustrieverband Hessen-Thüringen und viele mehr sind.

Am 1., 2. und 3. Dezember 2014 hat der Erörterungstermin für den seit 2010 in Planfeststellung befindlichen ersten Abschnitt einer sogenannten Ortsumgehungskette, der B508n in Kreuztal stattgefunden. Die damit zu realisierende Südumgehung Kreuztal ist aufgrund der guten Arbeit aller Netzwerkakteure in weitere Ferne gerückt. Eine mögliche Untertunnelung wieder im Gespräch. Aber ich möchte mal sagen: nur eine nicht gebaute Straße ist eine gute Straße :-) 80 Hektar Wald würde abgeschnitten und wieder mal Natur und Existenzen zerstört.

 

 

Netzwerkstop A4

Resolution

zur Bundesfernstraße A4 Olpe-Hattenbach

 

Die unterzeichnenden Organisationen und Initiativen fordern die Bundesregierung, die Landesregierungen von Hessen und NRW sowie die Kommunalpolitiker auf, alle Planungen einer Bundesfernstraßenverbindung Krombach - Hattenbach sofort einzustellen.

 

Begründung:

1. Der dringend notwendige Klimaschutz stellt die fortwährend hervorgehobene Förderung des KFZ- Verkehrs in Frage. Die Dimension der geplanten Schnellstraßenverbindung induziert zusätzliche PKW- und LKW-Fahrten, die weitere Millionen Tonnen des

klimaschädlichen Kohlendioxids produzieren.

 

2. Aus Verantwortung für Natur und Umwelt verbietet sich der Bau einer über 120 km zusätzlichen Bundesfernstraße. Von der Straße wären unersetzbare NATURA 2000 Flächen betroffen. Stark gefährdete Arten wie Wildkatze, Schwarzstorch und Luchs benötigen große

zusammenhängende Lebensräume, die nicht weiter zerschnitten werden dürfen.

 

3. Die Gesundheit der Menschen in dem Planungskorridor muss Vorrang haben. Die A4 würde direkt an beschaulichen Dörfern und ruhigen Neubaugebieten vorbeiführen. Die dort lebenden Bürger wären zusätzlichem Lärm und Abgasen ausgesetzt. Auch die (Nah-)

Erholung wäre in vielen heute noch wunderbar ruhig gelegenen Gebieten nicht mehr möglich.

 

4. In der Region werden Arbeitsplätze gebraucht. Eine Fernstraße lässt jedoch noch mehr Käufer und Facharbeiter zu den Oberzentren abziehen, verdrängt heimisches Handwerk durch billigere, importierte Arbeitskräfte und fördert somit die Strukturschwäche. Schon mit

einem Teil der Investitionskosten ließen sich stattdessen in den Bereichen Bildung (Fachhochschulen), Tourismus, Gesundheit und Pflege wesentlich mehr nachhaltige Arbeitplätze schaffen.

 

5. Künftig werden unsere Steuermittel dringend benötigt, um das vorhandene, bereits dichteste Fernstraßennetz der Welt zu unterhalten. Angesichts der beängstigend ansteigenden Staatsverschuldung und des zu erwartenden demografischen Wandels

verbietet es sich, 2-3 Mrd. Euro für eine schon lange geplante Straße auszugeben, die die Magistrale Brüssel- Aachen- Dresden-Warschau gerade mal um 11 km verkürzt.

 

6. Kein Straßenbau durch Private! Die Finanzierung der Bundesfernstraße A4 über den Geldbeutel der nutzenden Bürger ("Public-Private-Partnership") ist bei klammen Kassen das

favorisierte Finanzierungsmodell des Bundes für den Fernstraßenbau und auch der Lokalpolitik (Landrat Eichenlaub, etc.). Das heißt, die Rechnung wird von uns bezahlt, Benutzung kostet Maut und wer die Maut nicht bezahlen kann wird weiter die bisherigen Straßen nutzen.

 

7. Wir wollen die Entwicklung unserer Region unterstützen! Wir lehnen aber die Vorstellungen der Landesregierungen von Hessen und NRW ab, diese Entwicklung durch die alten verkehrspolitischen Konzepte fördern zu wollen, die nur den Interessen Einzelner

dienen. Statt wie gegenwärtig durch Hessen praktiziert die Brechstange anzusetzen und jede verfahrenstechnische Beschleunigung zu nutzen, sollte ein Moratorium verabredet werden,

in dem die Entwicklungsziele unserer Region auf demokratischer Basis mit den Bürgern, Verbänden und Parteien diskutiert werden.

 

Wir wollen eine vorausschauende Verkehrspolitik, die den umweltverträglichen und öffentlichen Verkehr stärkt, Gütertransporte und Flugverkehr einschränkt bzw.

verlagert und unbedingt Rücksicht auf die kommenden Generationen nimmt.

Wir fordern die Abgeordneten in Kommunen, Kreistagen, Landtagen und im Bundestag auf, die Bundesfernstraße Olpe - Hattenbach (A4 oder deren Ersatz) abzulehnen.

Das Vorhaben einer A4 muss aus dem Bundesverkehrswegeplan gänzlich gestrichen werden, anstatt es erneut in den vordringlichen Bedarf hieven zu wollen.

 

Kreuztal, 26. Mai 2009

 

Liste der Unterzeichner:

1. Aktionsgemeinschaft Naturpark Rothaargebirge e.V.

2. Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" e.V.,

3. BI Rettet das Mattenbachtal, Kreuztal Buschhütten

4. BI Kredenbach, Kreuztal Kredenbach, www.bi-kredenbach.de

5. Herz gegen Fels, Netphen-Herzhausen, www.herzhausen.info.de

6. Für Wittgenstein - Heimat ohne Fernstraße, Bad Berleburg

7. BI für ein lebenswertes Littfetal, Kreuztal-Nord

8. BI Unglinghausen Pro Mensch und Natur, Netphen-Unglinghausen,

    www.unglinghausen.com

9. Felsenfest gegen FELS, Hilchenbach-Ruckersfeld,

10. BUND Ortsgruppe Wohratal, Wohra

11. BUND KV Marburg, www.bund-marburg.de

12. Förderverein Kulturlandschaft Schwalm e.V.

13. BUND KV Waldeck Frankenberg

14. NAJU Ortsgruppe Frankenberg, www.naju-frankenberg.de

15. BUND KV Siegen-Wittgenstein

16. NABU Ortsgruppe Wetter

17. Aktionsgemeinschaft "Schutz des Ohmtals" e.V.

18. NABU Landesverband, www-nabu-hessen.de

19. BI Marburg-West gegen Fernstraßenbau A4, www.bi-gegen-a4.de

20. BUND Landesverband Hessen

21. Bündnis 90/Die Grünen, Kreis Waldeck-Frankenberg

22. BI Schwalm ohne Autobahn, www.schwalm-ohne-autobahn

23. Bündnis 90/Die Grünen Marburg-Biedenkopf

24. NABU KV, Siegen-Wittgenstein

25. NABU KV, Waldeck-Frankenberg

26. NABU KV, Marburg-Biedenkopf

27. Bündnis 90/Die Grünen, Ortsverband Hilchenbach

28. Fraktion der grün-offenen Liste im Rat der Stadt Hilchenbach

29. Gleis 3 Kunst & Kultur - Bühne e. V., Gemünden

30. Atelier-Triptychon-Gemünden

31. Unabhängige Grüne Liste Münchhausen

32. LUB, Liste Unabhängiger Bürger Berghofen

33. Kreisverband Marburg-Biedenkopf des VCD (Verkehrsclub

      Deutschland)

34. Nicole Maisch, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die GRÜNEN

35. Dr. Anton Hofreiter, Bundestagsabgeordneter Bündnis 90/Die

      GRÜNEN

36. Interessengemeinschaft der betroffenen Waldgenossenschaften 

      Buschhütten, Kredenbach, Unglinghausen, Hof Stöcken, Grund,

      Ruckersfeld, Öchelhausen ("I.d.b.W.")

37. Verein zum Schutz und Erhalt des Lebensraums Burgwald,

      Wiesenfeld

38. BUND, Landesverband NRW

39. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bezirksverband Ziegenhain,

      Neukirchen

40. Bündnis 90/Die Grünen, KV Siegen-Wittgenstein

41. Klaus Brunsmeier, Vertreter der Naturschutzverbände im

      Regionalrat Arnsberg

42. RobinWood e.V. , Bremen, robinwood.de

43. Bärbel Hühn, Bundestagsabgeordnete Bündnis90/ Die Grünen

44. NABU Landesverband NRW, Düsseldorf, nabu-nrw.de

45. BUND Bundesverband, Berlin, bund.net

46. HGON, Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz

      e.V., hgon.de

47. Bündnis90/ Die Grünen Ratsfraktion Kreuztal

48. Bündnis90/ Die Grünen Stadtverband Kreuztal

49. Aktionsgemeinschaft Verkehr Nordhessen AVN, avn.cooltips.de

50. Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis90/ Die Grünen

51. Dr. Reinhard Kubat, Landrat des Ldkrs. Waldeck-Frankenberg

52. Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Hessen e.V.

 

Widerstand wächst!

Am 9.5. 09 trafen sich in Hatzfeld-Biebighausen Vertreter von einer Vielzahl von Vereinen, Bürgerinitiativen, Verbünden und Parteien um gemeinsam die erste Widerstandseiche gegen die geplante Bundesfernstraße Olpe-Hattenbach (A4) zu pflanzen. Dies war die erste Aktion des neu gegründeten "Netzwerkes Stop A4", in welchem sich inzwischen über 40 Organisationen zusammengefunden haben, um gemeinsam den Bau dieser unsinnigen und überflüssigen "Autobahn" zu verhindern.

Triumph der Vernunft! Posch begräbt die A4!

 

Am 5.5. 2010 verkündete der Hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) die Einstellung sämtlicher weiterer Planungen für den Weiterbau einer Autobahn oder "autobahnähnlichen Verbindung" zwischen Olpe in NRW und dem hessischen Hattenbach.

Eine im Autrag der Bundesregierung durch das Land Hessen erstellte Studie kam zu dem Schluß, dass es aufgrund viel zu geringer Verkehrsmengen keinen Bedarf für den Bau einer solch teuren Fernstraße gibt.

Die Argumente des "Netzwerks Stop A4" gegen den Bau dieses Projekts, welches neben den gravierenden ökologischen Auswirkungen auch immer die mangelnde Notwendigkeit betonte, wurden somit ministeriell bestätigt.

Bleibt zu hoffen, dass sich einige nach wie vor uneinsichtig zeigende Wirtschaftsbosse und Lokalpolitiker endlich eines Besseren besinnen und ihre antiquierten Pläne endgültig aufgeben.

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