Tagfalter

 

Die Rote Liste der Tagfalter Hessens aus dem Jahr 2009 gibt für unser Bundesland nur 104 bodenständig vorkommende Tagfalterarten an. Hinzu kommen noch einige "Streuwanderer", welche zwar in Hessen nachgewiesen wurden aber hier vermutlich keine Nachkommen entwickeln. Allerdings stehen dieser Zahl schon 27 Arten gegenüber, die ursprünglich ebenfalls bei uns heimisch waren, inzwischen aber schon als ausgestorben oder verschollen gelten. Lediglich weniger als ein Drittel der hessischen Tagfalter (= 28 Arten) sind ungefährdet.

Im Folgenden möchten wir einige (Tag-)Falter vorstellen, die im Bereich des Burgwaldes (noch) entdeckt werden können:


 

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Der Schwalbenschwanz ist mit seiner charakteristischen gelb-schwarzen Flügelzeichnung vielleicht der schönste, sicherlich aber einer der größten heimischen Tagfalter. Mitunter ist er schon im April bei uns zu entdecken und bis zum September bildet er zwei bis drei Generationen aus. Die weit umherschweifenden Falter bevorzugen als Lebensraum Mager- und Trockenrasen, Brachflächen, Streuobstwiesen, Gemüsegärten und nicht überdüngte Mähwiesen mit hohen Anteilen an Doldengewächsen, welche die Nahrungspflanzen der Raupen darstellen. Dazu zählen die Kleine Bibernelle, Wilde und die Garten-Möhre, Fenchel, Dill, div. Haarstrang-Arten, Petersilie und andere.

In der Roten Liste der Tagfalter Hessens 2009 wird der Schwalbenschwanz als eine Art der Vorwarnliste (V) geführt, d.h. sein Bestand ist in den letzten Jahren merklich zurück gegangen. Ursachen dafür sind die Überdüngung und intensive Nutzung von Grünland, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die häufige Mahd von Wegerändern und Böschungen, das Mulchen von Brachflächen und Gemüsefeldern, usw.  Beim Fortbestehen dieser schädigenden Einflüsse ist ein weiterer Rückgang dieser Art wahrscheinlich! 

 

 

 

Weißklee-Gelbling (Colias hyale)

Diese grünäugige Schönheit würden die meisten wohl als Zitronenfalter bezeichnen. Allerdings handelt es sich "nur" um einen etwas weniger häufigen Verwandten, einen Gelbling.

Bei dem hier gezeigten Exemplares dürfte es sich um einen Weißklee-Gelbling (Colias hyale) handeln. Der äußerlich nicht von ihm zu unterscheidende Hufeisenklee-Gelbling kommt in eher trocken-warmen Biotopen wie Mager- und Trockenrasen vor.

Dieser auch Goldene Acht genannte Tagfalter ist ebenfalls in den letzten Jahren in seinem Bestand deutlich zurück gegangen. Dabei nutzt diese Art eine große Zahl unterschiedlicher Lebensräume. Das Spektrum reicht von Feldern, Wiesen und Weiden, Rasenflächen, Böschungen und Dämmen, Brachflächen bis zu Magerrasen. Die Raupen entwickeln sich auf Weiß-Klee, Hopfenklee, Luzerne, Gewöhnlicher Hornklee und verschiedenen Wickenarten. Von Mai/Juni bis zum Oktober sind die blassgelben Falter bei uns zu finden. Auch der Weißklee-Gelbling leidet unter einer zu intensiv betriebenen Landwirtschaft, der Überdüngung von Wiesen, häufiger maschinell betriebener Mahd von Grünland und dem Einsatz von chemischen Spritzmitteln.

 

 

 

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Der Zitronenfalter gehört zu den noch recht häufigen Tagfalterarten und gilt in ganz Deutschland als "nicht gefährdet". Er überwintert als Falter an geschützten Stellen im hohen Gras, in der Laubstreu oder an der Unterseite der Blätter von immergrünen Pflanzen, wie Efeu und Stechpalme. Dabei übersteht er durchaus Temperaturen von Minus 20 Grad! Er gilt als gern gesehener Frühlingsbote, denn an den ersten warmen Tagen des Jahres verlässt er sein Winterversteck und sucht nach bereits Nektar liefernden Blüten und paarungsbereiten Partnern. Die charakteristische hellgelbe Färbung weisen nur die männlichen Falter auf, die Weibchen besitzen eine unauffälligere blass-hellgrüne Farbe. Die Eier werden ausschließlich an Faulbaum oder Echtem Kreuzdorn abgelegt. Hier entwickeln sich die hellgrün gefärbten Raupen innerhalb weniger Wochen, verpuppen sich und ergeben noch im gleichen Sommer die neue Faltergeneration. Diese überwintert schließlich wieder. Der Zitronenfalter besitzt also ein für Schmetterlinge ausgesprochen langes Leben. Während sich für viele Tagfalterarten das Leben als "fertiger" Falter bereits nach zwei bis drei Wochen wieder dem Ende zuneigt, schafft der Zitronenfalter ein ganzes Jahr!

 

 

 

Tintenfleck-Weißling (Leptidea sinapis/reali)

Erst in den 80er Jahren erkannten Spezialisten, dass es sich bei dem Tintenfleck- (auch Senf-)Weißling um einen Artkomplex aus eigentlich zwei eigenständigen Arten handelte. Neu beschrieben wurde der Reals Schmalflügel-Weißling (L. reali), der äußerlich überhaupt nicht vom Tintenfleck-Weißling (L. sinapis) unterschieden werden kann. Eine genaue Diagnose der Arten ist nur über die Untersuchung der Genitalien unter dem Mikroskop möglich. Bei uns können also theoretisch zwei gleich aussehende Weißlingsarten vorkommen. Von den übrigen Weißlingen unterscheiden sich diese beiden Arten durch die deutlich geringere Größe und ein weniger gutes Flugvermögen. Ihre Raupen entwickeln sich an Schmetterlingsblütlern.

 

 

 

Großer Kohl-Weißling (Pieris brassicae

Als Kulturfolger, dessen Raupen sich in erster Linie von verschiedenen Kohlarten ernähren, galt der Große Kohl-Weißling in früheren Jahrzehnten auf Gemüseäckern und in Gärten als ein nicht unbedeutender Schädling. Inzwischen ist seine Bestandsentwicklung deutlich rückläufig, was vor allem auf den verbreiteten Einsatz von Pestiziden zurück zu führen sein dürfte. Gegenüber seinen kleineren Verwandten läßt sich der Große Kohl-Weißling, neben dem Größenunterschied, durch den ausgedehnteren schwarzen Spitzenfleck auf der Vorderflügel-Oberseite unterscheiden. Dieser reicht am Flügelhinterrand immer bis zur Mitte.

 

 

 

Grünader-Weißling (Pieris napi)

Von anderen bei uns vorkommenden Weißlingsarten läßt sich der Grünader- (früher Raps-) Weißling durch die dunkle Zeichnung der Adern auf der Hinterflügelunterseite unterscheiden. Die Raupen entwickeln sich auf wild wachsenden Kreuzblütlern. Der Falter fliegt in mehreren Generationen von April bis September und ist bei uns immer noch recht zahlreich- auch in Gärten- zu finden.

 

 

 

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Nur die Männchen des Aurorafalters tragen die charakteristischen orangen Flecken auf den Vorderflügeloberseiten. Die Weibchen besitzen auf ihren weißen Flügeln hingegen einen schwarzen Spitzenfleck. Beide Geschlechter weisen auf ihren Hinterflügelunterseiten grüne Sprenkel auf. Die Flugzeit dieses Falters liegt von April bis Juni.

Als Nahrungspflanzen für die Raupen dienen Wiesen-Schaumkraut, Knoblauchsrauke und weitere Kreuzblütler. Die Überwinterung findet festgesponnen als Gürtelpuppe an Pflanzenstängeln statt. 

 

 

 

Kleiner Feuerfalter (Lycaena phlaeas)

Auch der Kleine Feuerfalter gehört noch zu den weit verbreiteten und nicht eben seltenen Tagfaltern. Dabei wird dieser zur Familie der Bläulinge zählende, relativ kleine und auf den ersten Blick unscheinbar wirkende Falter jedoch häufig übersehen.

Nachdem seine an Ampferarten lebenden Raupen den Winter überstanden haben, kann man den Kleinen Feuerfalter ab April bei uns finden. Er zeigt sich bis in den Oktober hinein (auch häufig in Gärten) und hat innerhalb dieser Zeit vier, an optimalen Standorten möglicherweise auch fünf (!) Generationen gebildet, welche sich stark überschneiden. Die Individuenzahl nimmt dabei im Normalfall mit den Generationen zu, so dass im Spätsommer mit den meisten Faltern zu rechnen ist.

 

 

 

Brauner Feuerfalter (Lycaena tityrus)

Der Braune Feuerfalter lässt sich an der schwefelgelben Färbung seiner Hinterflügelunterseiten erkennen. Seine Raupen entwickeln sich an Kleinem und Großem Sauerampfer. Auch dieser schöne Falter bevorzugt als Lebensraum extensiv genutztes Grünland, sowie Waldränder, Schneisen, Lichtungen und Ackerbrachen, wo man ihn von Mai bis September finden kann. Die Rote Liste Hessens 2009 führt ihn als eine Art der Vorwarnliste (V), in einigen anderen Bundesländern liegt sein Gefährdungsgrad bereits höher.

Foto oben: Weibchen; Foto unten: Männchen

 

 

 

Nierenfleck-Zipfelfalter (Thecla betulae)

Das gemeinsame Merkmal, der zur Familie der Bläulinge zählenden Zipfelfalter, sind die kurzen Schwänzchen, die sich an den Hinterflügel-Enden befinden. Der hübsche Nierenfleck-Zipfelfalter fällt durch seine orangefarbigen Flügelunterseiten auf.

Lediglich die Weibchen tragen auf den Oberseiten der Vorderflügel die namensgebenden nierenförmigen, orangefarbenen Flecken.

Ansonsten sind die Oberseiten bei beiden Geschlechtern braun. Der Falter fliegt von Juli bis Anfang Oktober in gebüschreichen Feldfluren und Heckenlandschaften, an Waldrändern, Lichtungen, Streuobstwiesen, buschigen Hängen und Böschungen aber auch in Gärten im Siedlungsbereich.

Als Nahrungspflanze für die asselförmige, fein gezeichnete Raupe dient vor allem die Schlehe, aber auch Pflaume, Kirsche und Zwetschge.

Die Rote Liste Hessen 2009 führt diesen Falter als eine Art der Vorwarnliste (V) auf.

Dank an G. Steckbauer, Schönstadt, für das Ermöglichen des Raupenfotos.



 

Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni)

Bereits ab Ende Mai ist der Pflaumen-Zipfelfalter bei uns zu finden. Auch seine Raupen entwickeln sich vorwiegend an Schlehe, seltener auch an Zwetschge, Mirabelle und Pflaume. Durch radikale "Pflegemaßnahmen" an Schlehenhecken und -gebüschen, wie dem großflächigen "auf den Stock setzen", ist sein bevorzugter Lebensraum trotz der weiten Verbreitung der Schlehe inzwischen gefährdet. Einzelne Populationen können so schnell vernichtet werden. In der Roten Liste Hessen 2009 wird dieser schöne Falter, der durch seine orangefarbene Binde und der deutlichen Punktreihe auf der Hinterflügel-Unterseite zu erkennen ist, bereits in der Vorwarnliste (V) geführt.

 

 

 

Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi)

Zwar zählt der Grüne ( auch genannt Brombeer-) Zipfelfalter zu den eher kleinen Tagfaltern, doch stellt er eine echte Schönheit innerhalb unserer heimischen Tagfalter-Fauna dar. Er weist als einziger komplett grüne Flügelunterseiten auf, die bei "frischen" Exemplaren und entsprechendem Lichteinfall ein wunderbares Farbspiel zeigen. Da er sich stets mit geschlossenen Flügeln niedersetzt, bekommt man die einfarbig bräunlichen Flügeloberseiten höchstens im Flug zu sehen. Schon ab Ende April lässt er sich bei uns an sonnigen Waldrändern, entlang von Hecken, auf Waldlichtungen und Ruderalflächen entdecken. Seine Raupen ernähren sich an einer Vielzahl von Wirtspflanzenarten, u.a. Brom- und Himbeere, Ginster, Hartriegel, Heidel- und Preiselbeere usw. Die Überwinterung erfolgt als Puppe. In den Roten Listen Hessen 2009 und BRD 2011 gehört dieser Falter jeweils in die Vorwarnliste (V).




Zwerg-Bläuling (Cupido minimus)

Der Zwerg-Bläuling ist unsere kleinste heimische Bläulingsart. Seine Raupen leben fast ausschließlich an den Blüten des Wundklees. Somit ist die Art meist nur in dessen Umfeld an mageren, häufig kalkreichen Standorten zu finden.

Die Rote Liste Hessen 2009 führt die Art in der Kategorie "gefährdet" (3). 

 

 

 

Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)

Willkommen im (am) Burgwald!

Seit einigen Jahren ist der Kurzschwänzige Bläuling auch in Hessen in Ausbreitung begriffen. Nun (2012) konnte er auch erstmals (wieder?) am Rande des Burgwalds in der Nähe von Mellnau beobachtet werden. Offenbar profitiert diese Art durch die überdurchschnittlich warmen Jahre der jüngeren Vergangenheit, so dass sie ihr Haupt-Verbreitungsgebiet, welches in den letzten Jahrzehnten in der Oberrheinebene lag,  ausdehnen und viele Regionen wiederbesiedeln konnte.   

In 2013 ist die Art bei uns sogar an vielen Stellen in recht großer Zahl zu finden. Man darf gespannt sein, ob es ihr gelingt sich dauerhaft in unserer Region zu etablieren.

In der Roten Liste BRD 2011 in der Kategorie Vorwarnliste (V) geführt.




Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)

Den Faulbaumbläuling findet man bei uns bereits im April, meist ist er der erste Bläuling eines Jahres. Er besiedelt ein breites Spektrum an Biotopen, so dass er im Bereich des Burgwalds noch recht verbreitet vorkommt. Seine Raupen entwickeln sich an einer Vielzahl von Kräutern, Stauden und Sträuchern.

 

 

 

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous)

Dieser unscheinbare, kleine, zur Familie der Bläulinge zählende Schmetterling besitzt einen äußerst bemerkenswerten und komplizierten Lebenszyklus. Dieser ist eng verzahnt mit den Blüten des Großen Wiesenknopfes, welcher als nahezu einzige Nektarpflanze der Falter dient. Die Blüten fungieren weiterhin als Schlafplatz, auf ihnen finden Balz und Paarung statt und nur hier werden die Eier abgelegt.

Die sich daraus entwickelnden Räupchen fressen zunächst innerhalb der Wiesenknopf-Blüte. Halb erwachsen begeben sie sich aber dann auf den Erdboden, wo sie von ganz bestimmten Ameisenarten (Gattung Myrmica) "adoptiert" und in deren Nest gebracht werden. Im Ameisennest lebt die Bläulingsraupe nun nicht mehr vegetarisch sondern ernährt sich als Räuber von den Ameisenlarven. (Bis zu 600 Stück pro Raupe!) Nach der Überwinterung verpuppt sich die Raupe im Juni und der fertige Falter verlässt das Ameisennest im folgenden Monat. Für den Bestand einer Falterpopulation sind also sowohl die Lebensbedingungen des Großen Wiesenknopfes als auch die der Wirtsameise von existentieller Bedeutung. Ein Paradebeispiel für die Komplexität von Beziehungen in der Natur! Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wird in der Roten Liste Hessen als "gefährdet" (3) eingestuft. Ein weiterer "Mitspieler" in diesem komplizierten Beziehungsgefüge ist die hoch spezialisierte Schlupfwespe Neotypus melanocephalus, welche die Raupen des Falters parasitiert. (siehe Rubrik "Bienen und Wespen")




Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius)

Bei dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) handelt es sich um eine besonders seltene Art, die sowohl in der hessischen wie auch in der bundesdeutschen Roten Liste als "stark gefährdet" (2) gelistet wird. Er findet sich ferner in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie, ist somit durch europäisches Recht geschützt.

Bislang war der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling in unserer näheren Umgebung nur aus dem Maculinea-Schutzgebiet bei Neustadt bekannt. Auch die Grunddaten-Erhebung für das FFH-Gebiet Wohraaue aus dem Jahr 2006 führte diesen Schmetterling nicht auf. Bereits im letzten Jahr jedoch wurden südlich von Rauschenberg einige Exemplare im Rahmen der Untersuchungen zur Ausweitung der Trinkwassergewinnung durch das Wasserwerk Wohratal gefunden. Mit unserem aktuellen Fund ca. 1 km weiter nördlich lässt sich nun offenbar davon ausgehen, dass die Art sich inzwischen in der Wohraaue etabliert. Ein weiterer Beleg auch gerade für die ökologische Bedeutung des Wohratales. 




Kleiner Sonnenröschen-Bläuling (Aricia agestis)

Der Kleine Sonnenröschen-Bläuling bildet mit dem Großen Sonnenröschen-Bläuling (Aricia ataxerxes) einen Artenkomplex, beide Arten lassen sich über morphologische Merkmale nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Der Große Sonnenröschen-Bläuling ist allerdings die seltenere der beiden Arten, die wohl ausschließlich auf trocken-warmen, kalkreichen Magerrasen vorkommt und in Hessen nur aus dem nördlichen Landesteil bekannt ist. Das hier gezeigte Weibchen, welches einen Garten in Mellnau besuchte, kann demnach mit höchster Wahrscheinlichkeit als Kleiner Sonnenröschen-Bläuling bestimmt werden.

Die Raupen des schön gefärbten Bläulings fressen an verschiedenen Storchschnabel-Arten und dem namensgebenden Gewöhnlichen Sonnenröschen. Er entwickelt zwei Generationen im Jahr. Die Oberseiten beider Geschlechter sind übrigens bräunlich gefärbt, dem Männchen fehlt also die in dieser Familie "meist übliche" blaue Flügelfarbe.

Die Rote Liste Hessens 2009 verzeichnet diesen Falter in der Vorwarnliste (V).  



 

Rotklee-Bläuling (Polyommatus semiargus)

Die Geschlechter vieler Bläulingsarten unterscheiden sich in ihrer Färbung recht deutlich voneinander. Meist sind es die Männchen, die auf den Flügeloberseiten die namensgebende blaue Farbe besitzen. Wie auch beim Rotklee-Bläuling sind dagegen die Weibchen oberseits eher unauffällig gefärbt. Sie weisen zumeist eine braune Grundfarbe auf, die bei manchen Arten noch mehr oder weniger stark blau "angehaucht" sein kann.

Die Flügelunterseiten tragen charakteristische Punktzeichnungen, die häufig zur Unterscheidung der Arten dienen können.

Der Rotklee-Bläuling besiedelt wenig gedüngte und selten gemähte Wiesen, Dämme, Böschungen, Ruderalflächen und Streuobstwiesen. In der Roten Liste Hessen 2009 eine Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Weit verbreitet und in seinem Bestand noch nicht gefährdet ist der Hauhechel-Bläuling, die häufigste "blaue" Bläulingsart (Männchen).

unteres Foto: Weibchen

Seine Raupen nutzen eine Vielzahl von Schmetterlingsblütlern, wie diverse Klee-, Hauhechel-, Luzernearten und Bunte Kronwicke. Die Falter fliegen in mehreren Generationen von Mai bis Oktober und finden sich vor allem in blumenreichen, nicht überdüngten Biotopen des Offenlandes.

 

 

 

Kaisermantel (Argynnis paphia)

Der anmutige und auffällige Kaisermantel ist ein typischer Waldbewohner. Man findet ihn entlang von Forstwegen, auf Schneisen und Lichtungen, an Waldrändern und auch in waldnahen Gärten. Die Männchen besitzen eine orange Grundfarbe (Foto oben), die der Weibchen ist eher bräunlich, zuweilen mit einem grünlichen Schimmer (Foto unten).

Gelegentlich tritt ausschließlich bei weiblichen Faltern eine abweichend gefärbte Variante auf, die als Argynnis paphia f. valsina bezeichnet wird. Anstelle einer orange-braunen zeigt sich diese Form mit einer grün-grauen Grundfärbung, die mit der dunklen Zeichnung versehen ist.

Die Raupen des Kaisermantel entwickeln sich an verschiedenen Veilchenarten und überwintern. Auch dieser recht große Tagfalter wird in Hessen als eine Art der Vorwarnliste (V) geführt. 

 

 

 

Feuriger Perlmutterfalter (Argynnis adippe)

Besonders gefreut hat uns im Sommer 2013 der Fund des hier gezeigten Feurigen Perlmutterfalters (Argynnis adippe).

Der Schmetterling findet sich auf mageren Waldwiesen, Lichtungen und Schlagfluren. Seine Raupen entwickeln sich an Veilchen-Arten.

Diese seltene Art wird in der Roten Liste Hessens 2009 unter "stark gefährdet" (2) , in der Roten Liste Deutschlands 2011 unter  "gefährdet" (3) geführt.   

 

 

 

Kleiner Perlmutterfalter (Issoria lathonia)

Auf seiner Hinterflügelunterseite trägt der Kleine Perlmutterfalter unübersehbar mehrere große, perlmuttähnlich schimmernde Flecken. Mit ihnen lässt er sich von anderen bei uns vorkommenden Perlmutterfaltern eindeutig unterscheiden.

Er fliegt bei uns in mehreren Generationen von April bis in den November hinein und findet sich vor allem auf offenen Flächen, auf Wiesen, Brachen, an Böschungen und Dämmen, auf Stoppeläckern und noch wenig gemähten Ackerrändern. Die bevorzugte Nahrungspflanze seiner Raupe ist das Acker-Stiefmütterchen. Die Überwinterung erfolgt als halberwachsene Raupe.

Durch die Intensivierung der Landwirtschaft hat diese ehemals weit verbreitete Art in den letzten Jahrzehnten dramatische Bestandseinbußen erfahren. Das schnelle Umbrechen von Stoppeläckern nach der Getreideernte und der verstärkte Einsatz von Spritzmitteln in der Feldflur zerstören die für die Entwicklung der Raupen benötigten Habitate.

 

 

 

Braunfleckiger Perlmutterfalter (Boloria selene)

Noch seltener als die zuvor genannte Art tritt der Braunfleckige Perlmutterfalter bei uns auf. Zu finden ist er noch in einigen Naturschutzgebieten im zentralen und nördlichen Burgwald. Seine Raupen entwickeln sich an verschiedenen Veilchen-Arten.

Der Falter läßt sich gut an dem dicken schwarzen Punkt nahe der Flügelbasis auf der Hinterflügelunterseite von anderen Perlmutterfaltern unterscheiden. Die Rote Liste Hessen führt diese Art schon als "stark gefährdet" (2). Auf dem obigen Foto saugt ein Falter im zentralen Burgwald an einer Arnika, die bei den hessischen Pflanzen ebenfalls zu den "stark gefährdeten" Arten zählt.

Gelegentlich treten bei Schmetterlingen so genannte Aberrationen wie bei diesem Braunfleckigen Perlmutterfalter auf. Dabei handelt es sich um Farbabweichungen, welche die normale Variationsbreite z. B. von Flügelzeichnungen überschreitet. Entstehen können diese Abweichungen durch die Einwirkung ungewöhnlicher Umweltbedingungen während der Entwicklung der Falter, beispielsweise durch extreme Temperaturen.

 

 

 

Mädesüß-Perlmutterfalter (Brenthis ino)

Der Mädesüß-Perlmutterfalter besiedelt feuchte bis nasse Brachen und ungemähte (!) Hochstaudenfluren mit Mädesüß oder Großem Wiesenknopf, welche die Nahrungspflanzen für die Raupen des Falters darstellen.

Seine Flugzeit liegt zwischen Juni und August.

Als Erkennungsmerkmal gegenüber anderen Perlmutterfaltern dient die schmale violette Binde auf der Unterseite der Hinterflügel.

 

 

 

Admiral (Vanessa atalanta)

Der unverwechselbar gefärbte Admiral wandert alljährlich im Mai/ Juni aus Südeuropa zu uns nach Deutschland ein. Hier bildet er eine bis zwei neue Generationen, wobei sich seine Raupen wohl ausschließlich von Brennesseln ernähren. Die erwachsenen neuen Falter begeben sich im Herbst wiederum erneut auf den Weg zurück in den Süden. Die Vorstellung, dass die Falter über hunderte von Kilometern ziehen und dabei selbst das höchste Gebirge des Kontinents überqueren, erzeugt einen gewissen Respekt gegenüber diesen vermeintlich zerbrechlichen Tieren. Das Wanderverhalten selbst birgt noch immer offene Fragen über seine Steuermechanismen. In den letzten Jahren ließen sich jedoch vermehrt Falter beobachten, die nicht die Rückwanderung antraten und denen offenbar die Überwinterung auch in unseren Breiten gelang. Den Admiral findet man im Sommer besonders häufig in Gärten, wo er mit Vorliebe an Sommerflieder Nektar saugt. Im Herbst bietet Fallobst eine energiereiche Nahrungsquelle für den Flug zurück in den Süden.

Die Puppe des Admirals zeigt die für die meisten Edelfalter typischen metallisch glänzenden Flecken. Als so genannte Stürzpuppe hängt sie, mit dem Hinterende fest an Pflanzenteilen verankert, frei in der Vegetation, meist direkt an den Raupennahrungspflanzen. Man kann sie bei uns bis weit in den Herbst hinein finden.

 

 

 

Distelfalter (Vanessa cardui)

Auch der Distelfalter zählt wie der Admiral zu den Wanderfaltern und immigriert im Frühling und Frühsommer aus weiter südlich liegenden Gebieten nach Mitteleuropa. Dabei legt der Distelfalter sogar einen noch weiteren Weg zurück, denn seine Ursprungsgebiete liegen im nördlichen Afrika und sogar südlich der Sahara! Zu uns einwandernde Falter können sowohl aus Afrika stammen oder gehören zu den bereits in Südeuropa gezeugten Nachkommen der afrikanischen Tiere. Offenbar schon im Hochsommer begeben sich dann die ersten bei uns herangewachsenen Falter wieder auf den Rückweg in den Süden. Eine Überwinterung in Mitteleuropa und auch im nördlichen Südeuropa ist für diese Schmetterlingsart wohl (bislang?) nicht möglich. Als Futterpflanzen für die Raupen dienen nicht nur diverse Distelarten (Name!), sondern auch Brennessel, Malven, Wegerich, Klette und weitere krautige Pflanzen.

 

 

 

Tagpfauenauge (Nymphalis io)

Das unverwechselbar gefärbte Tagpfauenauge ist der wohl bekannteste heimische Tagfalter. Man findet ihn bereits im zeitigen Frühjahr, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die überwinternden Tiere aus ihrer Winterruhe "erwecken". Wie der Kleine Fuchs ist auch das Tagpfauenauge während der kalten Jahreszeit mitunter in Schuppen und auf Dachböden zu finden, wo es einen Überwinterungsplatz sucht. Der Falter besitzt eine weite Verbreitung, man findet ihn sowohl auf sonnigen Waldwegen als auch in Gärten und Parkanlagen im Siedlungsbereich.

Die schwarzen, mit feinen weißen Pünktchen und kräftigen Dornen versehenen Raupen fressen ausschließlich an der Großen Brennessel.

 

 

 

C-Falter (Nymphalis c-album)

Der C-Falter fällt durch seine grob gezackten Flügelränder auf. Seinen Namen verdankt er einem kleinen, weißen, c-förmigen Fleck (Makel) auf der Unterseite seiner Hinterflügel.

Man findet den Falter gewöhnlich in der Nähe von Gehölzen: an Waldrändern, auf Waldwegen und Lichtungen, an Hecken und Gebüschen.

Die Raupen wachsen auf Sal-Weide, Hasel, Ulme, diversen Beeren-sträuchern, Hopfen und später im Jahr auf Brennessel heran. Es entwickeln sich pro Jahr zwei Generationen. Die Überwinterung erfolgt als Falter, so dass auch diese Art im darauffolgenden Jahr zu den "Frühlingsboten" gehört.

(Dank an G. Steckbauer, Schönstadt für das Ermöglichen des Raupen-Fotos.)

 

 

 

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Wesentlich seltener als seinen Vetter, den Kleinen Fuchs, bekommt man in unserer Region den Große Fuchs zu Gesicht. Die größten Chancen bestehen im Frühling, wenn nach erfolgter Überwinterung die Männchen ihre Reviere an geeigneten Stellen besetzen. Er besiedelt sonnige Waldränder, Gebüsche und Streuobstwiesen. Gerne benutzt er die Stämme von Bäumen als Sitzwarten, wo er mit zur Sonne ausgerichteten Flügeln Wärme tankt. Die Raupen fressen im Frühsommer an Weiden (hauptsächlich Sal-Weide), Ulmen, Kirsche und Birne. 

(Dank an G. Steckbauer für das Ermöglichen des Raupenfotos.)

Neben dem deutlichen Größenunterschied und der weniger "leuchtenden" Grundfarbe besitzt der Große Fuchs auf seinen Vorderflügeln vier isolierte dunkle Punkte, der Kleine Fuchs hingegen nur drei. Auch fehlt ihm die schwärzliche Basis des Hinterflügels.

Nach der Roten Liste Hessens 2009 gilt der Große Fuchs als "gefährdet" (3).

 

 

 

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Der Kleine Fuchs zählt zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten heimischen Tagfaltern. Er fliegt sowohl im offenen Gelände als auch auf Waldlichtungen oder entlang von Forstwegen und Schneisen. Häufig ist er auch in Gärten anzutreffen. In Kellern, auf Dachböden oder in Gartenschuppen finden sich im Winter nicht selten ruhende Falter, die hier die kalte Jahreszeit versuchen zu überstehen. Solche Tiere sollte man nicht stören und auch nicht versuchen in wärmere Räumlichkeiten "umzusiedeln". Diese Überwinterer gehören dann wieder zu den früh im Jahr erscheinenden Schmetterlinge. Bis zum Oktober entstehen mehrere Generationen, deren Raupen sich von Brennesseln ernähren.

 

 

 

Landkärtchen (Araschnia levana)

Das Landkärtchen gehört zu den verbreiteten Tagfalterarten, deren Raupen sich ausschließlich von Brennesseln ernähren (wie auch Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral,...).  Die beiden sich pro Jahr entwickelnden Falter-Generationen unterscheiden sich oberseits stark in ihrem  Aussehen, was weniger erfahrenen Beobachtern mitunter die Bestimmung erschwert. Die Frühlingsgeneration hat eine orange-braune Grundfarbe mit schwarzer Flecken-Zeichnung (Foto oben), die Sommergeneration besitzt dagegen eine schwarze Grundfärbung mit weißen und orangen Bändern (Foto unten).

Beide Generationen tragen auf den Flügelunterseiten allerdings eine Zeichnung aus feinen Linien, Bändern und Flecken. Sie erinnert angeblich an eine Landkarte und gab dem Falter seinen deutschen Namen.

Einzigartig unter den Schmetterlingen ist die Art und Weise, wie das Landkärtchen seine Eier auf den Nahrungspflanzen der Raupen platziert: auf der Unterseite von Brennnesselblättern schichtet es die Eier zu kunstvollen Türmchen auf!

Die unter dem Brennesselblatt hängenden Stürzpuppen des Landkärtchens weisen metallisch glänzende Flecken auf.

 

 

 

Großer Eisvogel (Limenitis populi)

Einen Großen Eisvogel (Limenitis populi) im Burgwald zu entdecken, ist schon ein ausgesprochener Glücksfall.

Dabei ist dieser Schmetterling nicht etwa unscheinbar oder leicht zu übersehen. Im Gegenteil, der Große Eisvogel ist der größte einheimische Tagfalter und mit seinen fast zehn Zentimetern Flügelspannweite und seiner wunderbaren Färbung eine überaus imposante Erscheinung. Allerdings ist diese schöne Falterart inzwischen deutschlandweit sehr selten geworden. Er ist ein typischer Waldbewohner, der lichte Misch- und Auwälder mit größeren Beständen von Zitter- und auch Schwarz-Pappeln besiedelt. Die Pappel-Arten, vor allem die Zitter-Pappel,  sind die ausschließlichen Nahrungspflanzen für die Raupen des Großen Eisvogels und bei der Eiablage stellt das Falterweibchen ganz besondere Ansprüche an den Standort und die Größe dieser Nahrungspflanzen.

Wichtig sind für die fertig entwickelten Falter auch in der Nähe befindliche, nicht befestigte und möglichst wenig befahrene Waldwege. Diese werden als Sitz- und Trinkplätze genutzt (Pfützen). Auch nimmt der Falter hier an geeigneten Stoffen wie Aas und Kot Mineralien auf. Auf Blüten wird man diesen Schmetterling zur Nahrungsaufnahme hingegen niemals finden!

Seinen Namen verdankt der Große Eisvogel wohl der blauweißen Färbung an der Basis seiner Hinterflügel-Unterseite. In den Roten Listen für Hessen 2009 und Deutschland 2011 wird dieser wunderschöne Falter als "stark gefährdet" (2) geführt.

 

 

 

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Zu den eindrucksvollsten heimischen Falterarten zählt zweifelsohne der Große Schillerfalter, dessen Flügeloberseiten beim Männchen, je nach Lichteinfall, in einem mehr oder minder intensiven Blau "schillern".

Seine Raupen fressen an verschiedenen Weiden-Arten, so dass dieser Falter vornehmlich in oder am Rande von Laub- und Mischwaldgesellschaften zu finden ist.

(Dank an G. Steckbauer für das Ermöglichen des Raupenfotos.)

Die Falter besuchen nur sehr selten Blüten. Häufiger lassen sie sich am Boden beim Saugen an feuchter Erde, Exkrementen oder an Aas beobachten, wo sie ihren Bedarf an Mineralstoffen decken, oder gar wie hier auf einem PKW.

In den Roten Listen Hessen 2009 und BRD 2011 steht der inzwischen eher seltene Große Schillerfalter auf der Vorwarnliste (V)

 

 

 

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Das Waldbrettspiel ist- wie der Name schon verrät- eine typische Waldart. Man findet diesen Falter an Waldrändern, auf Forstwegen, auf Schneisen und Lichtungen und selbst inmitten von Waldbeständen, sofern diese noch ein wenig Sonne bis auf den Boden hindurchlassen. Diese mitunter nur wenige Quadratmeter großen "Sonnenflecken" dienen den Männchen als Revier, welches von einer Sitzwarte aus "überwacht" wird.

Die Falter setzen sich auch häufig auf den Waldboden, wo sie durch ihre bräunliche Färbung hervorragend getarnt sind. Die Raupen dieser bei uns noch verbreiteten Falterart entwickeln sich an verschiedenen Gräsern.  

 

 

 

Mauerfuchs (Lasiommata megera)

Der Mauerfuchs ist eine wärmeliebende Falterart. Er tritt daher vorwiegend an sonnenexponierten und trockenen Abschnitten von Hängen und Böschungen, Wegerändern, Waldrändern und -wegen und Heckensäumen auf. Bevorzugt werden dabei solche Bereiche, die vegetationsfreie Stellen, wie Felsen, Sand, Kies, offenes Erdreich in Form von Tritt- und Fahrspuren u.ä. aufweisen. Diese Orte werden, ebenso wie Zaunpfähle, Mauern oder Häuserwände, gerne zum Sonnenbad aufgesucht.

Die unauffälligen grünen Raupen entwickeln sich an Gräsern und überwintern fast erwachsen. In der RL Hessen 2009 wird der Mauerfuchs als eine Art der Vorwarnliste (V) geführt.

      

 

 

Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)

Auch wenn diese Art als noch nicht gefährdet bezeichnet wird, ist doch in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Verschlechterung der Bestandsituation dieses unauffälligen Falters zu beobachten. Das Kleine Wiesenvögelchen besiedelt ein breites Spektrum an offenen, grasigen Biotopen. Die Flugzeit des Falters reicht mit zwei bis drei Generationen von Mai bis Oktober. Die sich an verschiedenen Gräsern entwickelnden Raupen überwintern wohl halb erwachsen.  

 

 

 

Weißbindiges Wiesenvögelchen (C. arcania)

Diese Tagfalterart bevorzugt als Lebensraum vor allem trockene, warme und ungedüngte Saumbiotope, Übergangsbereiche von möglichst selten gemähten Grasfluren zu Hecken und Gehölzen (strukturreiche Hecken- und Waldränder, Waldwege und Schneisen, Lichtungen, Wachholder-heiden, Streuobstwiesen...). Die Flugzeit liegt zwischen Ende Mai und Ende Juli, wobei sich nur selten eine zweite Generation entwickelt. Die unauffällige grüne Raupe frisst an Gräsern und überwintert halb erwachsen. RL Hessen 2009: Art der Vorwarnliste (V), in Baden-Württemberg bereits gefährdet.

  

 

 

Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus)

Der Schornsteinfeger (auch Brauner Waldvogel genannt) fliegt von Ende Juni bis August. Er ist weit verbreitet und tritt an geeigneten Stellen (z.B. Brombeerhecken...) im Hochsommer mitunter sehr zahlreich auf und bildet die individuenstärkste Falterart. Seine Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräsern und überwintern halb erwachsen.  

Seinen deutschen Namen verdankt der Schornsteinfeger offensichtlich seiner dunkelbraunen Flügeloberseite.

 

 

 

Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)

Auch das Große Ochsenauge gehört noch zu den weit verbreiteten und eher häufigen Tagfaltern, welches ein breites Spektrum an nicht zu intensiv bewirtschafteten Graslandbiotopen besiedelt. Auch entlang von Forstwegen ist es mitunter tief innerhalb von Waldgebieten zu finden. Die Raupen fressen an vielen verschiedenen Gras-Arten. 

Wie bei vielen anderen Falterarten sind auch beim Großen Ochsenauge die Geschlechter unterschiedlich gefärbt. Das obere Foto zeigt ein Männchen, die auf der Hinterflügel-Unterseite meist zwei deutliche Punkte aufweisen. Beim Weibchen (Foto unten) sind diese Punkte reduziert oder fehlen zuweilen völlig. Zudem sind die Weibchen im Ganzen kontrastreicher gefärbt als die Männchen.




Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa)

Aufgenommen im nördlichen Burgwald.

Rote Liste Hessen: "stark gefährdet" (2)

 

 

 

Schachbrettfalter (Melanargia galathea

Das Schachbrett ist einer der auffälligsten "Sommerfalter" und findet sich vorwiegend auf wenig gedüngten und blumenreichen Grasbiotopen im Offenland aber auch entlang von Waldrändern und -wegen. Die intensiv betriebene Landwirtschaft und die "Pflege" auch von ungenutzten Grünflächen haben auch diese Art inzwischen deutlich dezimiert. Die weiblichen Falter legen ihre Eier bevorzugt in ungemähten Grasbeständen ab, die sich entwickelnden Raupen leben an verschiedenen Gräsern und überwintern als Jungraupe.

Auch die Flügelunterseiten des Schachbrettfalters sind ausgesprochen attraktiv. Bei frischen Faltern weisen die Augenflecke einen leicht bläulichen Kern auf.  Foto unten: Kopula

 

 

 

Kleiner Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus malvae)

Man braucht schon eine Portion Glück und ein gutes Auge, will man den Kleinen Würfel-Dickkopfalter im Burgwald entdecken. Er zählt zu den eher seltenen Arten und ist einer unserer kleinsten einheimischen Tagfalter. Er findet sich meist an trockenwarmen Standorten entlang von Waldwegen und -rändern, auf Magerrasen und Heiden. Wichtig sind dabei Lücken in der Vegetation mit freien Bodenstellen. Die Raupen  ernähren sich von Odermenning, Wald-Erdbeere, Fingerkraut u.a.. Die Roten Listen Hessen 2009 und BRD 2011 führen diese Art in der Vorwarnliste (V).  

 

 

 

Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae)

Der Malven-Dickkopffalter besiedelt offene Biotope mit sonnigen Beständen von Malvengewächsen, vornehmlich in Brachen, Säumen, an Strassenrändern und auf Ruderalflächen. Die Raupen "bauen" sich auf den Pflanzen kleine Blatt-Tüten, in die sie sich zurückziehen und welche sie nur zum Fressen, meist nachts, verlassen. Die Überwinterung erfolgt als erwachsene Raupe. 

Die übertrieben häufige "Pflege" seiner Lebenräume durch Mahd oder Mulchen hat diesen kleinen Falter inzwischen selten werden lassen. In Hessen gilt diese Art als "gefährdet" (3).

 

 

 

Gelbwürfeliger Dickkopffalter (Carterocephalus palaemon)

Dickkopffalter sind sehr kleine Tagfalter, mit einem meist sehr schnellen, hektischen Flug. Beim flüchtigen Hinsehen erinnern sie eher an Fliegen denn an Schmetterlinge. Die Flugzeit des Gelbwürfeligen  Dickkopffalters beginnt bereits im Mai und endet wieder im Juli. Er findet sich vor allem in Saumbereichen von Wäldern, Feldgehölzen und Hecken, auf Schneisen, Lichtungen und Kahlschlägen. Wichtig sind ungemähte Wiesenstreifen mit robusten Grasarten, die als Raupennahrungspflanzen dienen. Im Herbst spinnt sich die Raupe ein Grasblatt zu einer Röhre und verbringt darin den Winter. In Hessen eine Art der Vorwarnliste (V)

 

 

 

Rostfarbiger Dickkopffalter (Ochlodes sylvanus)

Als eine Art des Offenlandes findet man diesen Falter ab Ende Mai auf unterschiedlichen Bereichen des Graslandes und auf Brachflächen. Die Raupen fressen an verschiedenen Grasarten und überwintern ebenfalls halberwachsen in einem zu einer Röhre zusammengesponnen Grasblatt.

 

 

 

Braunkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus sylvestris)

 

 

 

Schwarzkolbiger Braun-Dickkopffalter (Thymelicus lineola)

Äußerlich lassen sich die beiden Braun-Dickkopffalter-Arten lediglich durch die unterschiedliche Färbung der Fühlerkolben-Unterseiten voneinander unterscheiden.

 

 

 


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